Fertigsstellung soll am 12. September sein

Ortsumgehung: Bürgerinitiative in Frieda kritisiert Beschilderung

Beim Spatenstich am 17. Juli 2013 war die Freude noch groß: Bernd Apel (vorne), Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro Südumgehung mit dem früheren hessischen Staatsminister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, Dieter Posch, der sich für das Projekt eingesetzt hatte. Foto: Rissmann

Frieda. Vor zwei Jahren war die Welt im Meinharder Ortsteil Frieda mehr als in Ordnung: Am 17. Juli 2013 folgte nach jahrelangem Hin und Her endlich der Spatenstich für die langersehnte Umgehungsstraße.

Bei einer Verkehrszählung 2010 wurden 9000 Durchfahrten in der 900-Seelen-Gemeinde gezählt, davon 640 Lastwagen. Eine enorme Lärmbelastung und eine Gefahrenquelle, schilderte damals Bernd Apel, der Vorsitzende der Bürgerinitiative Pro Südumgehung (BI).

Die Freude über die Ortsumgehung, die am 12. September abgeschlossen sein soll, ist auch immer noch groß: „Wir sind angenehm überrascht über die zügigen Fortschritte und sehen eine wesentliche Entlastung des Ortskernes von Frieda“, sagt Apel. Diesem Lob schließt sich dann ein großes aber an. Denn mit der geplanten Beschilderung ist die BI gar nicht zufrieden. Befürchtet wird, dass durch die schlechte Beschilderung die Umgehungsstraße nicht richtig hilft. „Jetzt wurden über fünf Millionen Euro in die Umgehung investiert, da kann es doch nicht sein, dass die Wirkung nur wegen schlechter Schilder verpufft“, sagt Apel.

Er hat mit der BI konkrete Vorschläge unterbreitet, die am Dienstagnachmittag gemeinsam mit Bürgermeister Gerhold Brill und Vertretern von Hessen Mobil erörtert wurden: Frieda West

Hier wünscht sich die BI ein Durchfahrtsverbotschild für Lastwagen. „Die neue Umgehung ist zwar viel schneller, aber die Menschen sind Gewohnheitstiere“, sagt Apel. Im Blick hat die BI dabei vor allem den Schwerverkehr Richtung Geismar und zu Friedola. Deshalb wünsche man sich hier auch einen Hinweis, dass es nach Geismar und Heiligenstadt geradeaus weitergeht. „Ohne einen triftigen Grund kann man eine öffentliche Straße für den Schwerlastverkehr nicht sperren, egal ob es eine Bundes- oder dann eine Gemeindestraße ist“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Zudem würde niemand auf die Idee kommen, durch die enge Ortsdurchfahrt zu fahren, wenn es die bequeme Umgehung gebe. Laut Harald Engel, Leiter des Straßenverkehrsamtes im Werra-Meißner-Kreis, ist die jetzt geplante Beschilderung rechtlich korrekt. „Wir werden den Verkehr dort jetzt beobachten und gegebenenfalls auch noch einmal nachbessern“, sagt Engel. Frieda Ost

Hier wünscht sich die BI ein Hinweisschild auf das Gewerbegebiet. „Das ist kein Gewerbegebiet, sondern nur eine Firma“, sagt Peter Wöbbeking, Bereichsleiter Osthessen bei Hessen Mobil. „Grundsatz ist: Immer nur das Notwendige beschildern“, sagt Klinge. Frieda Nord

„Wir waren erschrocken darüber, dass hier keine abknickende Vorfahrtsstraße eingerichtet wird, um so den Verkehr auf die Umgehung zu leiten“, sagt Apel. Nach derzeitigem Planungsstand bleibt die alte B 249 durch Frieda, die dann zur Gemeindestraße herabgestuft wird, die Hauptstraße und es bleibt dabei, dass der Verkehr aus Geismar kommend Vorfahrt gewähren muss. „Es gibt an dieser Stelle kein Erfordernis für eine abknickende Vorfahrtsstraße, denn danach richten sich Kraftfahrer nicht, sondern sie suchen sich selbst ihr Ziel“, sagt Wöbbeking. Zudem bestehe durch eine so drastische Veränderung der Verkehrsführung ein höheres Unfallrisiko, wie es an der A-44-Auffahrt bei Hessisch Lichtenau erfolgt sei.

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