Arbeitskreis Bonsaifreunde Werratal lud zu den neunten Schwebdaer Bonsaitagen

Asiatische Minibäume im Bürgerhaus

Pflanzendoktor: Wie verarztet sieht der Bonsai nach der Behandlung mit Mullbinden durch Marcel Priebe aus. Foto: W. Skupio

Schwebda. Ihr Lehrmeister ist die Natur, allerdings im Kleinen. Bonsaifreunde schaffen wie Modellbauer eigene Landschaften in Schalen und Töpfen. Schließlich heißt Bonsai auch „Pflanze in der Schale“ oder „Landschaft in der Schale“.

Am Wochenende präsentierten die Bonsaifreunde 90 der Minibäume im Bürgerhaus Schwebda. Gleichzeitig erfuhr man auch viel über die Pflege und Gestaltung der faszinierenden Pflanzen.

„90 Prozent der im Baumarkt gekauften Bonsais gehen kaputt“, erklärt Marcel Priebe. Er ist Bonsailiebhaber und Landschaftsgärtnermeister. Zur Ausstellung ist er extra aus Kassel angereist, um vor Ort vorzuführen, wie die kleinen Bäume gestaltet werden können. Viele der Bonsaianfänger verlieren die Lust, wenn die erste Baumarktpflanze eingegangen ist, wenige andere sehen es als Ansporn, sich mehr mit der Materie zu beschäftigen.

So wie Priebe. Er steckt seit rund zehn Jahren voll in der Materie, trotzdem gehen auch ihm immer mal Bäume kaputt. „Die Pflege ist eben das Wichtigste“, erklärt Gerd Heuckeroth, der Vorsitzende der Bonsaifreunde.

Diese bestehen seit 1994 und haben im Moment 18 Mitglieder. Die Idee, die Bonsais der Öffentlichkeit zu präsentieren, wurde gleich ein Jahr nach Gründung verwirklicht. „Anfangs haben wir unsere Bonsaiausstellung dann noch jedes Jahr gemacht“, erzählt Heuckeroth.

Nach einem Jahr hat sich ein Bonsai aber noch nicht wesentlich verändert, so dass man die kleinen Bäume sofort wiedererkennt. Deshalb veranstalten die Bonsaifreunde ihre Ausstellung nunmehr alle drei Jahre. Und in diesem Jahr ist sogar Verstärkung aus Sachsen dabei. Zwei Ehepaare aus Chemnitz, ebenfalls Bonsaianer waren extra angereist, und brachten Inspirationen zur Baumgestaltung mit.

Diese ist mittlerweile relativ offen. Lehrer ist oft nur die Natur, auch wenn es festgelegte traditionelle Formen gibt. Nur sehen, dass der Mensch den kleinen Ast geschält hat, und eben nicht ein Blitzeinschlag, das ist die Kunst beim Bonsaizüchten.

Von Wolfram Skupio

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