Ein Brunnen, der leuchtet

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Nachts beleuchtet: Reinhard Strauß hat in den Brunnenschacht Licht einbauen lassen, das rot, grün und blau leuchtet.

Grebendorf. Früher waren Brunnen ein Dorfmittelpunkt, mit den Wasserleitungen gerieten sie in Vergessenheit. Jetzt werden sie wieder hergerichtet. So auch in Grebendorf.

Jahr für Jahr ist die Hitparade International des Stammtisch Bernstal ein großer Erfolg. Jahr für Jahr wollen sie auch ihrem Heimatdorf etwas zurückgeben. Zuletzt haben die Stammtischbrüder für die Restaurierung von einem der ehemals vier öffentlichen Dorfbrunnen in der Sandstraße gespendet. Jetzt wurde auch die Beschilderung des Arbeitskreises Geschichte Grebendorf angebracht.

Die Brunnen gehörten bis in die 1960er Jahre zum Ortsbild von Grebendorf. Und das, obwohl bereits seit 1906 eine Wasserleitung durch den Ort verlegt war und alle Haushalte mit eigenem Wasseranschluss versorgt waren. Trotzdem holten viele Familien täglich ihr Wasser zum Kochen, Waschen und für die Körperpflege am Brunnen. „Daran kann ich mich noch gut erinnern“, sagt Ortsvorsteher Willi Jakal. Jakal war es, der den Stammtisch auf die Idee brachte, sich an dem Brunnen finanziell zu beteiligen und legte auch selbst mit Hand an.

Die anderen Brunnen in der Kirchstraße, am Weidenrain und an der Gabelung von Brunnen- und Grubenstraße waren Schwengelpumpen. Der restaurierte Brunnen in der Sandstraße ist im Gegensatz zu den anderen drei Bauwerken ein Ziehbrunnen. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auch hier eine Schwengelpumpe eingebaut. Der neun Meter Tiefe tiefe Schacht ist heute noch mit rund einem halben Meter Wasser gefüllt. Früher wurden Ledereimer herabgelassen, heute hängt ein symbolischer Eimer, den Willi Jakal und Rolf Eyrich vom Stammtisch gebaut haben, über dem mit einer Glasplatte abgedeckten Sandsteinbrunnen. Die Glasplatte wurde vom Stammtisch finanziert.

Bei Dunkelheit reflektiert die Platte das Licht, das in verschiedenen Farben von unten herausschimmert. Das Licht hat Reinhard Strauß installiert. An seine ehemaligen Stallungen grenzt der Brunnen. Auch für die Stromkosten wird der Landwirt aufkommen. Weil der Brunnen durch einen Autounfall beschädigt wurde, haben Mitarbeiter des Meinharder Bauhofs die Einfassung repariert. Bauunternehmer Uwe Wolf hat den Rand mit einer Sandsteineindeckung neugefasst.

Die Hinweistafel des Grebendorfer Geschichtsvereins ist die 20. ihrer Art. Im nächsten Jahr soll der Brunnen am Weidenrain ebenfalls in Stand gesetzt werden.

Von Tobias Stück

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