Elvis offenbar unschuldig

Gutachten: Schäferhund aus Grebendorf hat keine Gänse getötet

Wirbel um den mittlerweile verstorbenen Schäferhund Elvis: Sein Herrchen Hans-Peter Schwendt steht vor Gericht, weil sein Hund sechs Gänse getötet haben soll. Foto:  Wüstefeld

Grebendorf. Hans-Peter Schwendt ist die Erleichterung anzuhören. Seit fast zwei Jahren läuft gegen den Grebendorfer ein Verfahren, weil sein Schäferhund in der Vorweihnachtszeit 2013 eine Abscheulichkeit begangen haben soll: Die Besitzerin wirft dem mittlerweile verstorbenen Hund vor, sechs ihrer Gänse getötet zu haben (wir berichteten).

Deswegen wollte sie von seinem Herrchen Hans-Peter Schwendt Schadenersatz und per Exhumierung des Hundes beweisen lassen, dass Elvis schuld am Tod der Gänse ist. Ein Gutachten bestätigt laut Schwendt jetzt das Gegenteil: Der damals 14 Jahre alte Schäferhund hat die Gänse nicht getötet. „Ich bin so froh, dass dieses Kapitel jetzt bald abgeschlossen ist“, sagt Schwendt.

Die Geschichte

Im Dezember 2013 soll sein Hund Elvis, der drei Monate später starb, sechs Gänse einer Dorfbewohnerin getötet haben. Ein Witz, sagt Schwendt: „Elvis war zu dem damaligen Zeitpunkt krank, hatte Arthrose und sackte beim Gehen immer ein.“ Zudem habe er sich nie mehr länger als 15 Minuten auf den Beinen halten können, ein Sprung über einen 1,70 Meter hohen Zaun, hinter dem die Gänse waren, wäre undenkbar gewesen. Die Besitzerin der Gänse sah das anders: Sie zeigte das Ehepaar Schwendt an und wollte Schadenersatz für die Gänse, die sie nun nicht mehr im Weihnachtsgeschäft verkaufen konnte.

Das Verfahren

Vor dem Amtsgericht Eschwege hatte die Anklage nicht lange Bestand: Dort wurde es laut den Schwendts aufgrund mangelnder Beweise abgewiesen. Beschäftigen durfte sich stattdessen das Landgericht Kassel im Berufungsverfahren damit, vor das die Klägerin zog. Das forderte von der Tierärztlichen Hochschule Hannover ein Gutachten ein, in dem geklärt werden sollte, ob Elvis die Gänse getötet haben könnte – eine Exhumierung des Schäferhundes war dabei nicht ausgeschlossen. Die fand bisher noch nicht statt. Denn laut dem Gutachten können die Bissspuren an den Gänsen – eine davon hat die Klägerin laut Schwendt an die Hochschule geschickt, eingefroren – nicht von einem Schäferhund kommen, dafür seien sie zu schmal.

Das weitere Vorgehen

Nach Erhalt haben beide Parteien jetzt ein paar Wochen Zeit, noch Fragen an den Sachverständigen loszuwerden, sagt der Pressesprecher des Landgerichts, Dr. Jan Blumentritt. Normalerweise werde dann noch ein Termin zur mündlichen Anhörung festgesetzt – „das muss aber auch nicht so kommen, je nachdem, was die Klägerin und der Angeklagte jetzt noch vorbringen.“ Erst anschließend werde das Verfahren beendet. Hans-Peter Schwendt hofft, dass es gar nicht mehr zur erneuten Anhörung kommt: „Der Gutachter kommt zu dem Schluss, dass es Elvis nicht gewesen sein kann“, sagt er, „ich hoffe deshalb, dass jetzt Ruhe ist.“

Von Constanze Wüstefeld

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