Gemeinde Meinhard will die Vereine an den Kosten der Hallen und Plätze beteiligen

Ein Euro, der aufregt

Ein Euro pro Mitglied und Jahr: Die Gemeinde Meinhard will mit dem Vereinseuro die Vereine an den Kosten der gemeindeeigenen Einrichtungen beteiligen. Foto: Sagawe

Meinhard. Die Vereinslandschaft in der Gemeinde Meinhard ist aufgeschreckt. Ende des Jahres bekamen die Vorsitzenden sämtlicher Vereine einen Brief mit der Aufforderung einen Euro pro Mitglied und Jahr an die Gemeinde zu zahlen. „Das ganze soll nicht nur für 2014, sondern auch noch rückwirkend für 2013 bezahlt werden“, sagt Reinhold Gries. Er ist der Vorsitzende des TSV Jestädt mit etwa 400 Mitgliedern.

„Das wären für uns auf einen Schlag 800 Euro, so manch kleinerer Verein kann diesen Beitrag vielleicht nicht so ohne Weiteres leisten“, sagt Gries. Besonders ärgere ihn, dass das Schreiben erst am 30. Dezember ins Haus flatterte. Bürgermeister Hans Giller beschwichtigt: „Bei dem Vereinseuro handelt es sich um eine freiwillige Leistung, weder können, noch wollen wir die Vereine zwingen, diesen zu bezahlen“, sagt er auf Anfrage. Mit dem Schutzschirmvertrag habe sich die Gemeinde verpflichtet, die Vereine an den Kosten der von den Vereinen nutzbaren gemeindlichen Einrichtungen zu beteiligen. So steht es auch in dem Schreiben an die Vereine, dass der Werra-Rundschau vorliegt. Die Freiwilligkeit allerdings kommt in dem Brief nicht zur Geltung, im Gegenteil entsteht der Eindruck, dass die Vereine den Beitrag leisten müssen. Gries erinnert sich nun auch zurück, das bereits im November die Gemeinde die Vereine aufgefordert hatte die Mitgliederzahlen zu übermitteln. Die festgestellten 7000 Vereinsmitgliedschaften sind zudem bereits in 7000 Euro umgerechnet, die fest im Haushalt 2013 eingeplant sind.

„Es gibt hier viele kluge Köpfe, die vielleicht noch andere und bessere Ideen gehabt hätten.“

Andreas Hobbie, Verein für Kultur Und Tradition

„Als die Mitgliedszahlen abgefragt wurden, hätte die Gemeinde auch gleich über den Vereinseuro informieren können“, findet Andreas Hobbie, Vorsitzender des Vereins für Kultur und Tradition in Grebendorf. Er habe grundsätzlich Verständnis dafür, dass die Vereine sich an den Kosten beteiligen müssen, aber das die Vorsitzenden mit dem Brief nun so überrumpelt wurden, kann er gar nicht verstehen. „Man hätte vorab einmal darüber sprechen müssen. Es gibt hier viele kluge Köpfe die vielleicht noch andere und bessere Ideen gehabt hätten.“ Teilweise Verständnis hat auch Andrea Hobbie, Vorsitzende des TSV Grebendorf: „Wir als Turn- und Sportverein nutzen die Hallen und Plätze ja auch oft, da erscheint mir das angemessen.“ Vereine allerdings, die keine Gemeinschaftseinrichtungen nutzen, sollten hingegen auch nichts bezahlen.

Unklarheiten will die Gemeinde nun bei einem Infoabend am Mittwoch, 22. Januar, um 19 Uhr im Bürgerhaus Grebendorf ausräumen zu dem alle Vorsitzenden eingeladen sind.

Von Diana Rissmann

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