Diskussion um den Vereinseuro in Meinhard geht weiter - Ideen ausgetauscht

Die fetten Jahre sind vorbei

Teures Angebot: Rund 2000 Euro im Monat muss die Gemeinde durchschnittlich für den Erhalt und die Pflege der sieben Dorfgemeinschaftshäuser der Gemeinde aufbringen - insgesamt sind das rund 170 000 Euro im Jahr. Von oben links: Jestädt, Schwebda, Motzenrode, Hitzelrode, Grebendorf, Neuerode und Frieda. Fotos: Harald Mai/nh/Collage: Alexandra Schuler

Grebendorf. Beitrag erheben, Miete verlangen, die Bürgerhäuser stärker vermarkten - die Diskussion um den Vereinseuro in Meinhard geht in die nächste Runde. Nachdem im Januar bekannt wurde, dass künftig von jedem Vereinsmitglied ein Euro pro Jahr als Beitrag für die Nutzung der gemeindlichen Einrichtungen erhoben werden soll, ging ein Aufschrei durch die Gemeinde. „Der Kommunikationsweg zu Anfang war schlecht“, gibt Matthias Mengel, Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses zu. Deshalb soll nun ein Konzept erarbeitet werden, das alle Meinharder - nicht nur die Vereine - mittragen können. Mengel machte noch einmal ganz deutlich, dass der Vereinseuro kein willkürlicher Akt des Parlaments sei, sondern von der Kommunalaufsicht angeraten wurde.

Bürgermeister Hans Giller sieht in der Diskussion rund um den Vereinseuro eine positive Entwicklung: „Nach ersten aufgeregten und teils unsachlichen Diskussionen, gibt es nun viele Überlegungen, wie die Bürger sich für ihren Ort einsetzen können.“ Denn eines sei klar: Die fetten Jahre sind vorbei. „Wir waren über lange Zeit sehr verwöhnt und müssen nun langsam wieder lernen, uns für die Gemeinde einzusetzen“, sagt Giller. Und in diese Richtung gingen dann auch die Überlegungen während der Sitzung im Haupt- und Finanzausschuss am Donnerstagabend. Folgende erste Vorschläge wurden gesammelt und sollen nun geprüft werden:

• Die Vereine können ihren Nutzungsbeitrag auch in geldwerten Leistungen erbringen. Da gebe es bereits zig Beispiele im Ort, sagt Giller.

• Eine bessere Vermarktung der Häuser.

• Miete für kommerzielle Veranstaltungen von den Vereine (bisher mietfrei).

• Umlage auf alle Orte, damit das Nutzungsgeld auf alle Bürger verteilt wird. Dann würde jeder Bürger den Euro zahlen, und die Ortsvorsteher das Geld eigenständig verwalten würden.

• Die Ortsvorsteher sollen Kontakt zu den über 50 Vereinen herstellen, um gemeinsam Ideen zu sammeln, wie gemeindlichen Aufgaben übernommen werden können. Insgesamt sollen mit dem Vereinseuro rund 7000 Euro pro Jahr zusammenkommen.

Während der Gemeindevertretersitzung am Donnerstag, 27. März, um 20 Uhr im Bürgerhaus Grebendorf wird Mengel von der Sitzung berichten.

Von Diana Rissmann

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