Reanimation erfolglos - Defibrillator nicht vorhanden

Frau tot aus Meinhardsee geborgen - Staatsanwaltschaft ermittelt

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Grebendorf. Eine 74-jährige Frau aus Eschwege ist am Donnerstagabend beim Baden im Meinhardsee tödlich verunglückt. Laut ersten Erkenntnissen liegt kein Fremdverschulden vor.

Der leblose Körper der Frau trieb laut Staatsanwaltschaft im Wasser an der Grenze zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich.

Der Bademeister des Meinhardsees habe laut Augenzeugenbericht gegen 19.15 Uhr vergeblich versucht, die ältere Dame zu reanimieren. Das Deutsche Rote Kreuz war mit vier Einsatzkräften vor Ort, konnte die Frau jedoch ebenfalls nicht mehr wiederbeleben.

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt noch in dem Fall. Deren Sprecher Götz Wied bestätigte den Vorfall auf Anfrage unserer Zeitung. Demnach sei die 74-Jährige, die laut Wied aus Eschwege stammt, in Badebekleidung ins Wasser gegangen. Kurz darauf sei sie leblos an der Oberfläche treibend gesehen worden.

Aktualisiert um 17.15 Uhr

Eine Augenzeugin berichtet dagegen, dass die Frau noch versucht habe, sich an der Halterungsleine einer Boje festzuhalten, dann aber untergegangen sei. Bei der Reanimation hätten die Ersthelfer vorübergehend Pulsschlag feststellen können. Ein Defibrillator für die Wiederbelebung mit Stromstößen sei aber nicht erreichbar gewesen, sagt die Frau, die namentlich nicht genannt werden möchte.

Den Vorwurf, dass der Defibrillator zwar vorhanden, aber eingeschlossen gewesen sei, weist Christoph Bergner, Geschäftsführer des Werra-Meißner-Campings, zurück. „Wir haben so ein Gerät nicht mehr, seit ein Sponsoringvertrag darüber ausgelaufen ist“, sagt er. Kurz nach dem Vorfall sei der am Abend noch gut gefüllte Badestrand geräumt worden.

Laut Wied handele es sich um einen tragischen Unfall. Zur genauen Todesursache konnte er keine Angaben machen.

Die Polizei bittet nun weitere Zeugen, sich unter Telefon 0 56 51/9250 zu melden.

Von Lasse Deppe und Emily Spanel

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