Landtagsabgeordneter Lothar Quanz unterstützt das Vorhaben

Bürgerinitiative Pro Südumgehung Frieda fordert Umlegung des Fernradweges 5

Frieda. „Die Enkelkinder lassen wir hier nicht alleine mit dem Rad langfahren“, sagt Rosita Heuckeroth. Die Friedaerin fährt fast täglich mit dem Rad über den Radfernweg 5 (R 5) nach Wanfried und hält die Stelle, an der vor Frieda die Bundesstraße überquert werden muss, für gefährlich.

„Wenn nicht so viel Verkehr ist, geht es eigentlich, aber in den Stoßzeiten, beispielsweise ab 16.30 Uhr, wird es richtig schwierig“, sagt Heuckeroth. Das Problem: Mit dem Bau der Südumgehung wurde der R5 umgelegt, jetzt müssen die Radler zwei Bundesstraßen queren, um nach Frieda und auf dem R 5 weiter zu kommen.

Bernd Appel von der Bürgerinitiative Pro Südumgehung setzt sich deshalb dafür ein, dass der Radweg noch einmal umgelegt wird. Sein Plan: Den Radweg einige hundert Meter weiter über den Bahndamm und dann unter der Brücke für den Bach Frieda entlang laufen lassen. Dafür hat sich Appel, der sich über 15 Jahre für den Bau der Umgehungsstraße eingesetzt hat, bereits während der Planungen stark gemacht. Ohne Erfolg. „Wir haben das dann etwas zurückgestellt, denn ansonsten hätte das gesamte Projekt Umgehungsstraße noch kippen können und die Umgehung war sehr wichtig“, sagt Appel. Abgelehnt wurde die Nutzung des Bahndammes aus Gründen des Naturschutzes, unter anderem weil entlang des Radweges Frösche leben. „Für die wurden auch acht Unterquerungen gebaut“, sagt Appel.

Lothar Quanz

Umso stärker setzt er sich jetzt für die Umstrukturierung des Radweges ein. Für das „Rad+Fun“ zwischen Meinhard und Wanfried am vergangenen Wochenende hatte er Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, eingeladen. „Der hat leider kurzfristig abgesagt“, sagt Appel. Dennoch: Während der Veranstaltung hat Appel entlang des Weges mit zwei großen Schildern für seinen Plan geworben und zudem Unterschriften gesammelt – über 350 Menschen unterzeichneten den Plan der BI. Unterstützung bekommt die BI jetzt auch vom Landtagsabgeordneten Lothar Quanz (SPD), der die Entscheidung für den jetzigen Radweg nicht nachvollziehen kann: Selbstverständlich sei so eine Entscheidung immer eine Abwägung zwischen Naturschutz, Sicherheit und auch ökonomischen Fragen, sagt Quanz. 

Doch die Sicherheit und auch die Ökonomie findet er in diesem Fall etwas zu kurz gekommen: „Wir haben nicht viel, dass wir im Werra-Meißner-Kreis touristisch vermarkten können, aber wir haben unter anderem eine hohe Dichte an Premiumwanderwegen und eben die Radwege durch unsere schöne Landschaft – die müssen wir besser vermarkten und das geht mit so einer Gefahrenquelle sehr schlecht“, sagt Quanz deutlich. Er will die BI nun politisch unterstützen und zum Beispiel eine Resolution im Kreistag einbringen. Das langfristige Ziel sei es, dass die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel einlenke und der Bahndamm für den Radweg genutzt werden könne.

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