100 Dinge, die wir an unserer Region mögen (29): Schloss Wolfsbrunnen in Meinhard

Es war ein Geschenk für Luise

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Mitten im Grünen: Das Schloss Wolfsbrunnen hatte in den vergangenen 100 Jahren schon mehrere Besitzer. Seit 2009 dienen die Räume als Hotel.

Meinhard. So stellt man sich ein Märchenschloss vor: Idyllisch im Wald gelegen, verspielt mit vielen Türmen, verwinkelt, dazu ein großer Park mit Fernsicht auf den Werratalsee, Eschwege und den Meißner. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts steht das Schloss Wolfsbrunnen nordöstlich von Schwebda.

Zwischen 1904 und 1907 wurde es von dem Industriellen Oskar Henschel erbaut; ein Hochzeitsgeschenk für seine Tochter Luise, die den Baron von Keudell aus Schwebda heiratete.

Im Juni 1907 haben es die Eheleute Alexander und Luise Keudell bezogen. Nach dem Tod des Schlossherren im Jahr 1939 lebte die Familie weiterhin in einem Teil des Schlosses.

Im Laufe der Jahre hatte das Schloss Wolfsbrunnen ganz verschiedene Gäste: Während des Zweiten Weltkrieges diente es als Hilfslazarett für die Wehrmacht. Russlandheimkehrer wurden ein paar Jahre später dort betreut. Anfang der 1950er-Jahre war es ein Erholungsheim für Bergleute aus dem Ruhrgebiet, Ende der 50er- Jahre pachtete der Bundesgrenzschutz das Schloss für drei Jahre.

100 Dinge, die wir an unserer Region mögen (19): Schloss Wolfsbrunnen

Besonders spannend ging es auf dem Schloss ab 1982 zu. Ein indischer Guru war Besitzer. Das Schloss wurde zum Aschram der Bhagwan-Jünger. 80 der orange-rot gekleideten Anhänger lebten dort ihre indische Spiritualität aus. Seit 1989 wurde das Schloss zum Hotel umgebaut. 2009 hat Irina Klochkova, russische Moderatorin und Ärztin, das Schloss für rund drei Millionen Euro einer Erbengemeinschaft abgekauft. Sie investierte und renovierte. Seit Herbst 2013 sind die Arbeiten im Hotel abgeschlossen.

Von Franziska Kiele

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