Von zarter Hand regiert

Heimatverein Grebendorf wird von sieben Frauen geleitet

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Kümmern sich um alles, was das Dorf betrifft: der Vorstand des Heimatvereins Grebendorf (von links) Elsbeth Wittich, Waltraud Schäfer, Tanja Böttner, Ulla Menthe, Hanni Thriene und Gisela Böttner. Sie können auf mehr als 300 Mitglieder setzen. 

Grebendorf. Engagiert, mitgliederfreundlich und offen für alles Positive und Negative, was das Dorf betrifft: Der Heimatverein Grebendorf scheut sich nicht, ein noch so heißes Eisen anzufassen.

„Regiert“ von zarter, aber resoluter Frauenhand, sucht man im engeren Vorstand des über 300 Mitglieder zählenden Vereins vergeblich nach einem Mann. „Wir Frauen leisten die administrative und mit Blumen verbundene pflegerische Arbeit, unsere Männer warten die Bänke an den markanten Aussichtspunkten unseres Dorfes und erledigen mit Bravour die sonstigen anfallenden Arbeiten“, erläutert Vorsitzende Gisela Böttner die Aufgabenteilung.

Die Frauen-Power im Heimatverein Grebendorf hat kurz vor der Jahrtausendwende richtig Fahrt aufgenommen, als der langjährige Vorsitzende Helmut Buchbach sein Amt zur Verfügung stellte und Christa Wallbraun zur Vorsitzenden gewählt wurde. Bereits neun Jahre zuvor stand Elsbeth Wittich dem geschäftsführenden Vorstand als Kassiererin zur Seite. Und die Macht der Frauen hat auch in den folgenden zwei Jahrzehnten bis zum heutigen Tag ihre Berechtigung.

Gisela Böttner steht dem Verein vor. Was fehlt, ist ein zweiter Mann oder eine zweite Frau, nachdem sich der bisherige „Hahn im Korb“, Hannpeter Menthe, aus Altersgründen zurückgezogen hat; ein Nachfolger soll demnächst gewählt werden. Mit Elsbeth Wittich und Hanni Thriene, die die Kassengeschäfte verwalten, sowie Waltraud Schäfer und Tanja Böttner, die die schriftlichen Arbeiten erledigen, stehen der Vorsitzenden vier engagierte Frauen zur Seite, auf die sie sich verlassen kann.

Und dann ist da noch Ulla Menthe. Die 78-Jährige mit dem grünen Daumen ist überall da zu finden, wo es etwas zu Pflanzen oder zu Gießen gibt. Ihre Blumenarrangements am Anger, am Südflügel der Gemeindeverwaltung oder vor der evangelischen Kirche sind für Anwohner, Besucher und Gäste immer wieder eine Augenweide und Objekte zahlreicher Hobbyfotografen. „Ulla ist für uns ein wahrer Segen, denn sie geht mit offenen Augen durch das Dorf und liefert uns immer wieder Anregungen, wo wir was verbessern können“, lobt Gisela Böttner die Seniorin.

Denn nicht nur die Blumenpflege wird im Heimatverein großgeschrieben, sondern auch die Erhaltung von Bewährtem und Arbeiten, die die Kommune nicht mehr leistet. „Dazu bedarf es aber auch finanzieller Mittel, die wir versuchen, bei Anger- und Weinfesten sowie beim Weihnachtsmarkt zu akquirieren“, so Kassenwartin Elsbeth Wittich.

Was macht den Heimatverein Grebendorf so interessant, dass zur Jahreshauptversammlung jeweils über 100 Mitglieder gezählt werden? „Wir laden unserer Mitglieder jeweils persönlich ein und bitten auch den jeweiligen Partner dazu“, führt Schriftführerin Waltraud Schäfer an. „Natürlich sind auch der Imbiss sowie im Anschluss an die Sitzung der gesellige und kulturelle Teil Anziehungspunkte“, fügt Tanja Böttner hinzu. „Unsere Ziele sind, das Angerfest aufrechtzuerhalten und das Generationenproblem offensiv anzugehen.“

Von Dieter Möller

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