Gemeinde Meinhard investiert 90 000 Euro in Abwassertransport zum Klärwerk

Neue Technik für Fäkalien

Technisch auf dem neuesten Stand: Steffen Bachmann (von links) und Gerhard Langefeld von Elektro Langefeld in Grebendorf, Bürgermeister Gerhold Brill und Stefan Morgenthal vom Ingenieurbüro KMO Jestädt in der Abwasserpumpstation Grebendorf. Fotos: Rissmann

Grebendorf. „Es ist ein unscheinbares Häuschen am Ortsrand, aber mit einer ganz wichtigen Funktion“, sagt Stefan Morgenthal vom Ingenieurbüro KMO aus Jestädt. Gemeint ist die Abwasserpumpe in Grebendorf an der Straße zum Meinhardsee, die gerade für 90 000 Euro auf den neuesten Stand der Technik gebracht wurde. Bis zu einer Million Kubikmeter Abwasser und Regenwasser werden hier aus den Ortsteilen Grebendorf, Frieda, Schwebda und Neuerode in das Eschweger Kanalnetz gepumpt und von dort in das Zentralklärwerk Niederhone geleitet.

Die Sanierung der in die Jahre gekommenen Pumpstation ist eine der wenigen Investitionen der Gemeinde Meinhard, die derzeit um die Aufstellung des Haushaltes ringt. Doch gemeinsam mit der Kanalsanierung in Schwebda handelte es sich dabei um eine Auflage des Regierungspräsidiums (RP), um den Gewässerschutz zu sichern. „Es war dringend Zeit, die Anlage auf einen modernen Stand zu bringen“, erklärt Bürgermeister Gerhold Brill.

„Es wurde zunehmend schwierig, Ersatzteile für die veraltete Anlage zu bekommen.“

Stefan Morgenthal Ingenieur

Gebaut wurde die Pumpstation Anfang der 1970er-Jahre, dann erstmals Ende der 80er-Jahre, als auch die Abwässer der Gemeinden Frieda, Schwebda und Neuerode dazukamen, saniert. In den vergangenen Jahren häuften sich die Störungen, sagt Morgenthal: „Es stellte sich zudem heraus, dass es schwierig wurde, Ersatzteile für die veraltete Anlage zu bekommen.“

2009 kam es zu einem Totalausfall der Pumpe: „Beinahe wäre das Abwasser ungereinigt versickert“, sagt Brill. Nur mit Hilfe gebrauchter Ersatzteile konnte die Station wieder in Betrieb genommen werden. Zudem wurde eine Notleitung eingerichtet, die im Falle eines Falles das Abwasser ins Kanalnetz pumpen konnte. „So haben wir noch einige Jahre gewonnen, allerdings war das Regierungspräsidum damit nicht zufrieden“, sagt Brill. Denn sollte es zum Äußersten kommen und tatsächlich Abwasser im Grund versickern, dann drohe eine Strafanzeige seitens des RP wegen Gewässerverunreinigung.

Morgenthal hat bei den Sanierungsplänen darauf geachtet, dass nur das Notwendigste umgebaut wird. So seien beispielsweise die alten Schaltschränke erhalten geblieben, aber das technische Innenleben komplett überholt worden. „Wir haben jetzt zwei Systeme die abwechselnd laufen. Fällt ein Steuerelement aus, dann springt das andere ein“, erklärt der Ingenieur. Zudem laufe die Pumpstation jetzt automatisierter, so dass Abwassermeister Thomas Fischbach aus Wanfried nicht so oft zum manuellen Einsatz kommen muss. „Das sollte jetzt wieder 20 Jahre halten“, ist sich Morgenthal sicher.

Besonders freute sich Brill darüber, dass ortsansässige Firmen die Sanierung übernehmen konnten. Neben dem Jestädter Ingenieurbüro KMO war das Elektro Langefeld aus Grebendorf sowie die Firma Heinisch aus Jestädt für die Tiefbauarbeiten.

Von Diana Rissmann

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