Nach Verlust des Übungsplatzes

Schäferhundeverein Grebendorf muss sich zum 1. Juli auflösen

Stehen vor den Trümmern einer 45-jährigen Vereinsgeschichte: Der stellvertretende Vorsitzende des Schäferhundevereins Grebendorf, Karl Weigand, mit seiner Hündin Janka und der Vorsitzende Edgar Martin vor den Überresten des bereits abgerissenen Vereinsheims in der Bergstraße. Foto: Rissmann

Grebendorf. Ab dem 1. Juli ist der Meinharder Ortsteil Grebendorf um einen Verein ärmer: Der Schäferhundeverein löst sich auf. Nicht ganz freiwillig allerdings. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit um den Hundeplatz auf dem Kochsberg. „Jetzt haben wir keinen Platz mehr für unsere Übungsstunden und wir mussten Insolvenz anmelden - da blieb nur noch die Auflösung“, sagt der Vorsitzende Edgar Martin.

Wehmütig blickt er gemeinsam mit seinem Stellvertreter Karl Weigand auf die Überreste des Vereinsheims, dass die Mitglieder 1972 in Eigenleistung aufgebaut haben, und das sie mittlerweile abgerissen haben. Bis zum 1. Juli muss der Platz geräumt sein. „Der neue Besitzer des Grundstückes hatte uns zwar erst zugesagt, dass wir bleiben können, doch dann hat ihn das Gebell wohl doch gestört“, sagt Martin. Dabei hätten sie die Übungsstunde am Sonntag schon ausfallen lassen und sich nur noch mittwochs und samstags getroffen.

Vor einem Jahr flatterte dann die Kündigung auf den Tisch. Dagegen hat sich der Verein gewehrt. „Wir hatten das Grundstück für 99 Jahre gepachtet - leider ohne Vertrag“, sagt Karl Weigand, der stellvertretende Vorsitzende und Zuchtwart. Sie schalteten einen Anwalt ein, doch letztlich wurde dem neuem Grundstückseigentümer recht gegeben und die Kündigung zum 1. Juli als wirksam erklärt.

Besonders ärgern sich Martin und Weigand darüber, dass sie vom Verkauf des Grundstückes erst erfahren hatten, als alles schon in trockenen Tüchern war. „Ansonsten hätten wir doch das Grundstück selbst gekauft“, sagt er. „45 Jahre waren wir jetzt hier, mir blutet das Herz“, sagt Martin. Denn die Vereinsmitglieder, aktuell waren es in der Ortsgruppe noch 28 passive und fünf aktive, hatten den Platz der vorher „Unland“ war liebevoll hergerichtet und gepflegt. „Das war hier alles tipptopp in Ordnung, wie auf einem Sportplatz“, sagt Martin. Auch das Vereinsheim hatten die Mitglieder errichtet - und dabei auch einiges investiert. „Doch jetzt liegt es in Trümmern und Geld bekommen wir auch nicht zurück“, sagt Martin. Im Gegenteil: Die letzten finanziellen Mittel des Vereins seien für Anwaltskosten und einen Bagger für den Abbruch draufgegangen. „Wir sind jetzt Pleite, könne noch nicht einmal mehr den Schuttberg entsorgen“, sagt Martin.

Unterstützt wurde der Verein auch von der Gemeinde Meinhard: „Wir haben versucht ein Ersatzgrundstück zu finden“, sagt Bürgermeister Gerhold Brill. Allerdings sei dies nicht so einfach, da man für einen Hundeverein ein Grundstück außerhalb der Ortslage finden müsse. „Unsere Vorschläge haben dem Verein aber nicht zugesagt“, sagt Brill. Dies bestätigen auch Martin und Weigand: „Die Grundstücke waren alle nicht geeignet, entweder zu klein, zu uneben oder zu belebt.“ Für die Ausbildung der Hunde zum Begleit- oder Schutzhund bräuchte man aber einen ruhigen Ort. „Die Tiere sind sonst zu sehr abgelenkt.“

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