RTL drehte vor Ort

Kindergarten in Schwebda soll erhalten bleiben

Setzen sich vehement für den Erhalt des Kindergartens in Schwebda ein: (von links) Franziska Moll, Katharina Ladny und Carina Siebert vom Elternbeirat. Fotos: Möller

SCHWEBDA. Sie kamen früh: Kameramann und Redakteur von RTL-Hessen waren am gestrigen Donnerstag schon um 7.45 Uhr vor Ort, um Kinder und Erzieher der Kindertagesstätte „Löwenzahn" zu filmen und drei Mitglieder des Elternbeirates um ihr Statement zu bitten. Die Fernsehleute wollten wissen, was gegen die derzeit von der Opposition im Meinharder Parlament erhobene Forderung nach einer Schließung des Schwebdaer Kindergartens spricht.

Berichterstattung 

Hellhörig geworden durch Berichterstattungen in der WR, im Hörfunk und im Fernsehen zeigte der Kölner Privatsender am Donnerstagabend um 18 Uhr Abend in seinem Hessenfenster Bilder aus dem kleinsten von drei Kindergärten in Meinhard. Von Seiten der Kommunalpolitik kam in dem Beitrag nur die ÜWG zu Wort. Bürgermeister, SPD, CDU und FDP blieben außen vor.

Elternbeirat 

„Wir waren erstaunt, dass lediglich der ÜWG-Vorsitzende Rolf Eyrich um ein Statement gebeten wurde“, erzählt Franziska Moll vom Elternbeirat gegenüber der WR. Im Kindergarten Schwebda habe man trotz diverser Einladungen schon seit längerer Zeit kein Mitglied der Überparteilichen mehr gesehen. Hinzu komme, dass Eyrich gestern nicht vor Ort Stellung nehmen wollte.

Enttäuscht ist der Elternbeirat auch von Bürgermeister Gerhold Brill, der bereits im hr-Interview zu Protokoll gegeben hat, dass er erst nach der Wahl zu dieser Thematik Stellung beziehen werde, um nicht noch mehr „Öl in das Wahlkampffeuer“ zu gießen. „Gerade jetzt hätte eine klare Aussage von Bürgermeister und Gemeindevorstand eventuelle Signalwirkung“, sieht Katharina Ladny, Mutter von zwei Kindern, die die Schwebdaer Kindertagesstätte besuchen, eine vertane Chance der Politik.

Familienpolitik 

„Hier wird klar und deutlich gegen die allseits propagierte Meinharder Familienfreundlichkeit gewirkt“, führt Carina Siebert ins Feld. Die zweifache Mutter verweist darauf, dass bei einer Schließung der Kindertagesstätte „Löwenzahn“ das familiäre Gefüge auseinandergerissen wird, die Umsetzung nach Grebendorf oder Frieda besonders für Geschwisterkinder große Nachteile für die betroffenen Familien bergen. „Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Erziehern ist vorbildlich und daher streben wir an, dass die Kita erhalten bleibt, damit unsere Kinder bis zum Schuleintritt in dieser liebevoll betreuten Einrichtung groß werden!“

Kapazitätsprobleme 

Die einen bezeichnen den Kindergarten Schwebda als marode, die anderen wiederum fordern vehement die mit 50 000 Euro veranschlagte Sanierung ein. Eine Anfrage aus dem Juli 2015 der FDP/ÜWG-Fraktion zum Stand der Kindergartenplätze an Bürgermeister Gerhold Brill bezüglich einer eventuellen Umverteilung der Mädchen und Jungen von Schwebda nach Frieda und Grebendorf ist indes vom Antragsteller unkommentiert geblieben. Brill sagte damals: „Neun nicht belegte Plätze der Kindergärten Frieda und Grebendorf reichen nicht aus, um 24 Kinder des eingruppigen Kindergartens Schwebda aufzunehmen.“

Von Dieter Möller

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