Kirchen müssen sparen: 4,4 Pfarrstellen werden im Kirchenkreis wegfallen

Zuversichtlich trotz schwieriger Zeiten: Der Dekan des Kirchenkreises Eschwege Dr. Martin Arnold (links) und Ludger Arnold, Präses der Synode des Kirchenkreises. Foto:  Weber

Werra-Meißner. Die gute Nachricht ist, die evangelische Kreissynode konnte im vergangenen Jahr durch die Wirkung umgesetzter Sparmaßnahmen ihr Haushaltsdefizit verringern. Die schlechte Nachricht: Das reicht noch lange nicht aus.

Durch den demografischen Wandel und andere Faktoren sinken die Einnahmen. Entsprechend müssen die Ausgaben angepasst werden.

Auf der hessischen Landessynode wurden jetzt neue Rahmenvorgaben beschlossen, die Einsparungen von 25 Prozent in allen Bereichen vorsehen. Vor den Synoden der Kirchenkreise Eschwege und Witzenhausen liegen damit schwierige Entscheidungen. „Gerade erst wurden die Strukturen im Kirchenkreis Eschwege reformiert, nun müssen wir im Grunde noch einmal von vorne damit anfangen“, sagt Ludger Arnold, Präses der Synode des Kirchenkreises Eschwege, und seufzt. Vor allem bei den Personalkosten und den Kosten zum Erhalt der Kirchengebäude soll es Einsparungen geben. „Unser Glück ist, dass an den Kirchen in den vergangenen 20 Jahren soweit gearbeitet wurde, dass sie weitestgehend in einem guten Zustand sind“, sagt Ludger Arnold. Dennoch müssen die Gebäude nun nach ihrer regionalen, örtlichen oder nur zeitlich begrenzten Bedeutung kategorisiert werden.

Noch schwieriger werde die Personalfrage. Nach einer Veränderung der Berechnungsformel sollen ab 2018 im Kirchenkreis Eschwege noch einmal 4,4 Pfarrstellen eingespart werden. „Das Problem ist, dass wir zwar zunehmend weniger Mitglieder haben, allerdings reduziert sich die Zahl der Kirchspiele dadurch ja nicht“, erklärt Dekan Dr. Martin Arnold. „Das Pfarrstellennetz ist ohnehin beansprucht, nun werden wir es neu knüpfen müssen und überlegen, wo wir Pfarrstellen haben wollen und wo nicht.“ Der einzige Bereich, über den sich beide Arnolds einig sind, dass hier nicht gespart werden soll, sind die 13 evangelischen Kindertagesstätten sowie die Familienbildungsstätte in Eschwege.

Auf der Synode des Kirchenkreises Eschwege an diesem Samstag im Bürgerhaus in Schwebda werden die Synodalen über die anstehenden Aufgaben und Veränderungen debattieren. „Große Begeisterung darf man sicher nicht erwarten“, sagte Ludger Arnold ein.

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