100 Dinge, die wir an der Region mögen (17): Das Heimatmuseum in Schwebda

Kleinode des Landlebens

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Erwin Heuckeroth präsentiert die Fahne des Museumsvereins Schwebda: Auf der Rückseite ist das Meinharder Wappen gestickt. Fotos: D. Möller

Schwebda. Die alte Beschlagschmiede des ehemaligen Rittergutes von Keudell auf dem Walrabhof am Lindenanger in Schwebda, heute im Besitz der Familie des Grafen von Dönhoff, wirkt auf den ersten Blick als unscheinbares Fachwerkgebäude im Ensemble historischer Bauten. Auch die Treppe hinauf in den ersten Stock, dem ehemaligen Haferboden, lässt kaum erahnen, dass sich hier ein Museum „zum Anfassen“ verbirgt.

Seit 1989 präsentieren sich hier, in sechs Räumen, auf einer Ausstellungsfläche von 217 Quadratmetern, Kleinode der längst vergessenen dörflichen Kultur. Zahlreiche Exponate des historischen Handwerks veranschaulichen dem Besucher nachhaltig, wie die Menschen im 18. und 19. Jahrhundert arbeiteten und lebten.

Neben dem Handwerk wird unter Anderem der Landwirtschaft, der Flachsbearbeitung, dem Tabak- und Weinanbau, der Hausschlachtung sowie der Hausarbeit breiter Raum gewidmet. Daneben ziehen eine voll eingerichtete Küche und ein Wohnzimmer mit liebevoll und optisch wirksam drapierten Details, sowie ein Klassenzimmer der ehemaligen Volksschule, Jung und Alt in ihren Bann.

Stets ein Anziehungspunkt, die Sonderausstellung mit funktionstüchtigen Fernsprechapperaten sowie die Utensilien zur ehemaligen deutsch-deutschen Grenze oder teilweise machtvolle Funde aus der Vor- und Frühgeschichte.

Eine Bücherecke mit heimatkundlicher Literatur, Archiv und Fotoausstelung zur Heimatgeschichte runden den Besuch im Heimatmuseum Meinhard ab.

Die Exponate - die Basis bildete die Sammlung von Albert Heuckeroth (1901-1996) - im Besitz der Gemeinde Meinhard, wird das Heimatmuseum für alle sieben Meinharder Ortsteile vom 1989 gegründeten Museumsverein Schwebda geführt. „Mit viel Freude und Erfüllung blicke ich auf die vergangenen 25 Jahre zurück“, zieht Museumsleiter Erwin Heuckeroth (73), der seit der Gründung für das Geschehen und die Weiterentwicklung im Heimatmuseum verantwortlich zeichnet, eine erste positive Bilanz.

Diese wird am Tag der offenen Tür im Museum am Sonntag, 18. Mai, von 11 Uhr bis 17 Uhr auch einer breiten Öffentlichkeit präsentiert. „Klein, aber fein, so lautet unser Motto“, verweist Erwin Heuckeroth auf das Programm mit einem Verkaufsstand für Heimatliteratur, Stempelstelle von Rad+Fun, sowie einer kleinen Bonsai-Ausstellung und Chormusik auf dem Lindenanger.

Von Dieter Möller

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