Direktvermarkter sollen besser unterstützt werden

Kreis erstellt Broschüre für regionale Produkte

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Werra-Meißner. Die lokale Ernährungsstruktur zu erhalten und weiter auszubauen: Das ist das Ziel der Kreisverwaltung. Im September gehen deshalb die neue Internetpräsenz und die Einkaufsbroschüre „Regionale Entdeckungen“ an den Start. Darin aufgelistet sind 183 Direktvermarkter von Lebensmitteln aus dem Werra-Meißner-Kreis.

Finanziert ist das Projekt über Fördermittel der Europäischen Union (Leader-Programm). „Wir haben im Werra-Meißner-Kreis noch eine erfreulich vielfältige Versorgungsstruktur“, sagt Gerhard Müller-Lang, Leiter des Fachbereichs Landwirtschaft, Landschaftspflege, Natur- und Landschaftsschutz in der Kreisverwaltung. Vom Schafskäse über Eier, Brot und Fleisch bis hin zu Milch soll in den „Regionalen Entdeckungen“ ein Überblick über die Lebensmittelproduzenten im Kreis gegeben werden. „So etwas gibt es meiner Kenntnis nach noch in keinem anderen Landkreis“, sagt Müller-Lang.

Laut dem Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Uwe Roth sei die Direktvermarktung für Landwirte immer wichtiger: „Die meisten Betriebe in unserem Kreis sind zu klein, um im Konkurrenzkampf auf den Weltmärkten zu bestehen“, sagt Roth. Deshalb seien die regionalen Märkte sehr wichtig für die Landwirte. „Die Direktvermarktung verschafft eine Einkommenssicherheit“, sagt Roth. Besonders kritisch sei aktuell die Lage bei den Milchbauern: „Würden täglich 50 Menschen ihre Milch ab Hof kaufen, wäre ihnen bereits sehr geholfen.“

Nicht jeder Kunde hätte aber die Zeit, für seinen Lebensmitteleinkauf mehrere Höfe und Geschäfte anzufahren, deshalb gebe es Überlegungen, die Produkte leichter und vor allem zentral gebündelt zugänglich zu machen, sagt Roth und fordert gleichzeitig die Landwirte auf, selbst noch kreativer in der Vermarktung ihrer Produkte zu werden: „Es gibt in unserer Region noch eine Menge Potential.“

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