Kultursommer gastierte mit märchenhaftem Abend im Schloss in Jestädt

Märchen von Tod und Teufel

Stefan Becker und Carlo Ghirardelli. mimten die Brüder Grimm und warfen ein besonderes Auge auf die unterschiedlichen Todesarten in einigen Märchen. Details aus dem Leben der echten Grimms rundeten den Abend ab. Foto: Pujiula

Jestädt. Die zwei freundliche Herren kommen aus der Schweiz und heißen Stefan Becker und Carlo Ghirardelli.

Aber am Sonntagabend im Saal des Jestädter Schlosses bei einer Kultursommer-Veranstaltung waren sie einfach Wilhelm und Jakob Grimm, die berühmtesten Märchenerzähler aller Zeiten. Und sie erzählten natürlich aus „ihrem“ Buch, Märchen von Tod und Teufel.

Aus den 200 Titeln der Kinder- und Hausmärchen wählten die Brüder einige der weniger bekannten aus - und erwähnten zuerst so quasi nebenbei einige der höchst schröcklichen Todesarten, die in den Märchen vorkommen: zum Glück für die Kinder wurden in den Ausgaben für die Kleinen diese Todesarten meist verschwiegen. Und dann kam auch ein sehr pittoresker, oft strohdummer Teufel in den Erzählungen dieses genüsslichen Abends vor, etwa als „Gevatter“ im gleichnamigen Märchen oder im Märchen der drei Handwerksburschen.

Kennen Sie diese Märchen nicht? Nach diesem Abend werden wohl viele der Zuhörer zum Regal greifen und die komplette Ausgabe herausholen: mit Teufel und den vielen Todesarten.

Das (erwachsene) Publikum hatte viel Spaß. Denn Becker und Ghirardelli, sprich „die Grimms“, gestalteten diese Lesung mit klarer, angenehmer Aussprache und würzten den liebenswerten Abend mit vielen Details aus ihrem, der Grimms, Leben. Nach dem freundlichen Applaus gab es als Zugabe ein eigentümliches Märchen, „Herr Korbes“. Der Titelheld kommt nur am Schluss vor, von einem Mühlstein erschlagen. Recht so. Denn, wie es am Ende heißt, „der Herr Korbes muss ein recht böser Mann gewesen sein“.

Von Francisco Pujiula

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