Zum Schutz für Kröten: Amphibienbiotop soll im Schambachtal gebaut werden

Massensterben verhindern

Zum Schutz der Amphibien: Ein Unternehmen plant, im Schambachtal auf einer Fläche von 5 000 Quadratmetern, ein Biotop für die kleinen Lebewesen zu bauen. Foto:  nh

Es ist ein einzigartiges Spektakel, das jedes Jahr im Frühling zu bewundern ist: Tausende Kröten und andere Amphibien machen sich bundesweit auf den oft gefährlichen Weg zu ihrem Laichgewässer. Die jährlich stattfindende Krötenwanderung ist beim ersten Hinhören vielleicht kein großes Ereignis für die Meisten unter uns. Irrtum! Denn wer sich die Mühe macht und diese Tiere auf ihrem Weg zurück zu ihrem Geburtsort, der auch ihr Laichgewässer sein wird, beobachtet oder ihnen beim Überqueren von Straßen begegnet, wird erstaunt sein, welch ein Spektakel es sein kann, so viele Kröten auf einmal zu sehen und ihren Rufen zu lauschen.

Ein letzter Marsch

Leider ist dieser Marsch für die Kröten oft der letzte, denn während ihrer Laichwanderungen müssen Sie, gerade zwischen Grebendorf und Jestädt, die viel befahrene Kreisstraße überqueren. Viele Tiere überleben das nicht. 1 144 Erdkröten verloren allein in den vergangenen drei Jahren ihr Leben auf der K3 zwischen Grebendorf und Jestädt.

Die jährliche Wanderung zu ihren Laichgebieten am Meinhard-See, wird durch die vielbefahrene Kreisstraße zwischen Grebendorf und Jestädt zu einem lebensgefährlichen Hindernis. Seit 1983 sind beherzte Tierschützer im Rahmen der Wanderzeit nachts an der K3 unterwegs und sammeln die Kröten ein, bringen sie über die Straße und setzen sie dort wieder aus. Fast 9000 Kröten konnte so seit 1983 das Leben gerettet werden. Jetzt erhalten die Kröten und ihre Beschützer ungeahnte Hilfe.

Ein Unternehmen wird im Schambachtal auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern und in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde, ein Amphibienbiotop bauen. Das Biotop bietet den Kröten dann bereits nördlich der K3 vier neu angelegte Laichgewässer an, damit sie die K3 nicht mehr überqueren müssen. So sollen zukünftig dann peu à peu die Wanderbewegungen der Kröten über die K3 geschmälert werden.

k3 auch nachts gesperrt

Bürgermeister Gerhold Brill bittet seine Mitbürger auch im Jahr 2016 um Verständnis, dass die Straße zwischen Grebendorf und Jestädt im Zeitfenster der Krötenwanderung nachts an einigen Tagen gesperrt werden muss.

Dabei betont er, dass ihm besonders der Schutz der Tierschützer am Herzen liegt, die sich dort in der Dunkelheit ehrenamtlich beim Einsammeln der Kröten im öffentlichen Verkehrsraum bewegen und erinnert an einen tödlichen Unfall im März 2015 in Cremlingen in Niedersachsen.

Dort kollidierte eine 46-jährige Frau beim Einsammeln von Kröten am Straßenrand trotz Warnkleidung und Helmlampe mit einem Auto. Der Autofahrer stand zum Tatzeitpunkt unter Alkoholeinwirkung. (jpf)

Kommentare