Kommunalwahl 2016

Meinhard will attraktiver werden

Touristischer Magnet Hessische Schweiz: Die Aussicht von der Gobert in der Nähe des Meinharder Ortsteils Hitzelrode hinunter ins Tal ist zu jeder Jahreszeit unbeschreiblich. Archivfoto: Weber

Meinhard. Am 6. März werden die neuen Kommunalparlamente in Hessen gewählt. Die Werra-Rundschau wird in den kommenden Ausgaben bis zur Wahl alle Städte und Gemeinden des Altkreises vorstellen. Heute: Meinhard.

Attraktiv sein für alle Generationen - das hat sich die Gemeinde Meinhard auf die Fahnen geschrieben. Und auch schon einiges auf den Weg gebracht: Die beiden Kitas in Grebendorf und Frieda wurden so ausgebaut, dass der Bedarf zu 100 Prozent gedeckt ist, 2015 ist das Projekt Nachbarschaftshilfe gestartet, mit dem Bürger in Notlagen unterstützt werden, ein Altenheim mit angegliedertem Palliativzentrum in Grebendorf ist genauso im Gespräch wie das Projekt „Meinharder Zuzughaus“, mit dem barrierefreie Häuser gebaut werden sollen, um Senioren für die Gemeinde zu begeistern. Große Probleme sieht Bürgermeister Gerhold Brill bei den Finanzen der Gemeinde: „Meinhard steckt in der schwersten finanziellen Krise seit Bestehen.“

Die Analyse von WR-Redakteurin Diana Rissmann

Über 26 Millionen Schulden hatte die Gemeinde bis 2012 angehäuft, ehe sie unter den Schutzschirm des Landes geschlüpft ist. Rund 8,6 Millionen vom Land sind so in die klamme Kasse der Gemeinde geflossen, doch bleibt noch ein Schuldenbeg von rund 19 Millionen. Erstmals ist es der Gemeinde im vergangenem Jahr gelungen die Ziele des Schutzschirms einzuhalten. Weitere Gewerbesteuereinbrüche und Kostensteigerungen im Betrieb der Kindergärten hätten den Haushalt 2015 aber ad absurdum geführt und nur die im Oktober erlassene Haushaltssperre hätte das Verfehlen des Schutzschirmvertrages im dritte Jahr in Folge verhindert.

„In der Vergangenheit wurde das Geld aber nicht zum Fenster hinaus geworfen“, erklärt Brill den Schuldenberg. Es sei in die Infrastruktur der Gemeinde wie die Dorferneuerung, die Kanalsanierung, das Gewerbegebiet Grebendorf oder die Tourismusförderung investiert worden.

„Auch wenn das finanzielle Hemd eng und kurz geworden ist, dürfen wir in den kommenden Jahren die Gemeinde nicht kaputt sparen“, sagt Brill deutlich. Es komme jetzt darauf an, bei allen weiteren Ausgaben ganz genau hinzusehen, wo noch gespart werden könne.

Grundsätzlich bemängelt Brill, dass die finanzielle Ausstattung zum Erhalt der Infrastruktur in dem ehemaligen Zonenrandgebiet durch Bund und Land zu gering sei: „Wir sind eine strukturschwache Gemeinde und wenn Bund und Land nicht eingreifen, werden wir das auch in Zukunft bleiben.“

Alle Kandidaten und noch mehr Informationen über Meinhard finden Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe. Nächste Folge am Donnerstag: Meißner.

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