Eine Probe war belastet – Wasserqualität ist aktuell einwandfrei

Meinhardsee wurde auf „ausreichend“ abgestuft

Meinhard. Der Meinhardsee wurde als einziges hessisches Gewässer bei der Untersuchung durch die Europäische Umweltagentur (EEA) von einem „ausgezeichnet“ auf ein „ausreichend“ herabgestuft.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) misst während der Badesaison mehrfach das Vorkommen der Bakterien Enterokokken und E-coli.

Die EEA ermittelt aus den Messwerten der vergangenen vier Jahre dann eine Bewertung, die von drei Sternen (sehr gut) bis zu einem Abraten vom Baden in dem Gewässer reichen. Der Meinhardsee wurde für die vergangene Badesaison mit einem Stern und damit mit einem „ausreichend“ bewertet, in den Jahren zuvor waren es immer drei Sterne. Als Grund dafür nennt Winfried Staudt vom HLNUG eine auffällige Probe vom 27. Juli 2015, in der 11 000 koloniebildende Einheiten E-coli und 1400 Einheiten Enterokokken auf 100 Milliliter gemessen wurden.

Laut Kreissprecher Jörg Klinge sei die beanstandete Probe aber nicht entsprechend der EU-Badegewässerverordnung entnommen worden: „Der Schwimmmeister hat beobachtet, dass der Prüfer die Probe direkt am Ufer entnommen hat“. Laut der Verordnung hätte diese an einer Stelle am See, die mindestens einen Meter Wassertiefe hat und zudem mindestens 30 Zentimeter unterhalb der Wasseroberfläche liegt, entnommen werden müssen. Vermutet wird, dass die einmalig im Juli gemessene hohe Belastung auf ein massives Aufkommen von Nilgänsen am See zurückzuführen ist.

Diese eine Probe habe ausgereicht, den See herabzustufen. Eine Aufwertung zu einem „ausgezeichnet“ sei laut Klinge aber erst in vier Jahren wieder möglich: „Wenn alle Proben bis dahin einwandfrei waren.“ Laut aktuellen Messungen des HLNUG vom 10. Mai, ist die hygienische Wasserqualität des Meinhardsees derzeit einwandfrei.

Von Diana Rissmann

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