„Muss erst was passieren“

Bürgerinitiative Frieda ist unzufrieden mit dem Radweg

Ist unzufrieden: Bernd Appel von der Bürgerinitiative Pro Südumgehung kritisiert, dass der Radweg von Wanfried nach Frieda jetzt über zwei Bundesstraßen führt. Er sieht die Sicherheit der Radler nicht gewährleistet. Foto: Rissmann

Frieda. Die Umgehung um den Meinharder Ortsteil Frieda ist fast fertig und Bernd Appel von der Bürgerinitiative Pro Südumgehung, die sich seit 15 Jahren für die Umgehungsstraße einsetzt, ist soweit zufrieden.

„Baulich ist mit der Umfahrung alles prima“, sagt der 70-Jährige und lässt ein großes Aber folgen: „Es muss noch ein bisschen Feinschliff betrieben werden.“

Das sagt die Kreisverwaltung

Für die Verkehrsregelung ist die Verkehrsbehörde in der Kreisverwaltung zuständig. „Die komplette Umfahrung bei Frieda wurde so gebaut, dass alle Verkehrsteilnehmer die Straße sicher befahren oder überqueren können“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge. Für Bundesstraßen würden hohe Anforderungen gelten und die seien alle eingehalten worden. Zudem seien Mitarbeiter der Verkehrsbehörde die Strecke bereits zweimal abgefahren und hätten alles überprüft. Ist die Straße im Betrieb, werde laut Klinge weiter überprüft – auch mit verdeckten Messungen. „Sollte sich herausstellen, dass es einen Bedarf an Regelung gibt, werden wir auch eingreifen“, sagt der Kreissprecher. Grundsätzlich nehme man in der Verwaltung die Sorgen und Ängste der Bürger sehr ernst, allerdings beruhten die Planungen der Ortsumfahrung auf bewährten Erfahrungen. „Es bringt nichts, bereits im Vorfeld Zweifel an den Planungen zu äußern und damit Ängste zu schüren“, betont der Kreissprecher. Es gelte der Grundsatz: Geschwindigkeitsbeschränkungen nur dort, wo sie aufgrund einer schwierigen und unübersichtlichen Trassenführung notwendig seien. „Das haben wir in Frieda nicht“, sagt Klinge. (dir)

Richtig unzufrieden ist Appel mit dem aktuellen Planungsstand für den Radweg von Wanfried nach Frieda. Der soll künftig bei der Ortseinfahrt Frieda Ost gleich über zwei Bundesstraßen führen. „Eine Geschwindigkeitsbeschränkung oder sonstige Sicherungen für die Radler sind nicht vorgesehen“, sagt der 70-Jährige. Auch Friedas Ortsvorsteher Christian Gehau ist nicht begeistert von den Plänen: „Es scheint mir so, dass erst etwas passieren muss, bevor die Straßenverkehrsbehörde aktiv wird.“ Er hätte sich eine Alternative gewünscht. Die Alternative, die Appel vorgeschlagen hatte, wurde allerdings abgelehnt. Er hätte den Radweg von Wanfried kommend über die alte Bahntrasse bis zur Brücke über die Frieda führen lassen, dann unter der Brücke durch an der Frieda entlang bis in den Ort. Seiner Meinung nach hätte das etwa 100.000 Euro mehr gekostet. „Für die Frösche wurden ja auch Unterführungen für knapp zwei Millionen Euro gebaut, da hätte das bisschen mehr für die Sicherheit der Radfahrer auch nicht mehr geschadet“, findet er. Vor allem, da die Umfahrung mittlerweile fast sieben Millionen Euro kosten würde.

Was Appel besonders irrwitzig findet, ist, dass es derzeit Planungen gibt, den Radweg 5, der bislang durch Frieda verläuft, nach Aue zu verlegen. „Begründet wurde das damit, dass die Radler jetzt ja zwei Bundesstraßen kreuzen müssen“, sagt er und schüttelt den Kopf. Für den Tourismus in Frieda wäre dies ein herber Schlag, betont Appel: „Wir dachten eigentlich, wir könnten ein Drehkreuz für Radler sein, wollten da auch die Dorfentwicklung drauf abzielen lassen.“

Von Diana Rissmann

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