„Nicht um jeden Preis“

Gemeinde Meinhard sucht nach praktikablen Alternativen für Gewerbeflächen

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Ausgelastet: Das Gewerbegebiet an der Schindersgasse in Grebendorf – hier eine Luftaufnahme aus dem Jahr 2012 – ist mittlerweile gut ausgelastet. 

Hitzelrode. Das Parlament der Gemeinde Meinhard zollte am Donnerstagabend ebenfalls König Fußball seinen Tribut, hatte nach 60 Minuten die acht Punkte umfassende Tagesordnung mit überwiegend Überweisungsbeschlüssen abgearbeitet.

Den breitesten Raum nahm die Diskussion über einen Antrag der Sozialdemokraten zur Erweiterung des Gewerbegebietes „An der Schindersgasse“ in Grebendorf ein. Ähnlich wie die anderen drei Fraktionen auch, hat die SPD die Zukunft im Blick, geht davon aus, dass die von ihr favorisierten Freiflächen zwischen Bundesstraße und Eschweger Straße ein Gewerbegebiet mit Perspektiven darstellen könnten. „Zudem sind wir bezüglich der Gewerbegebiete jeder machbaren Alternative aufgeschlossen“, so Fraktionsvorsitzender Matthias Mengel.

„Gewerbegebiet ja, aber nicht um jeden Preis!“ So die Devise der ÜWG, die, um die Attraktivität für potenzielle Interessenten zu steigern, sich auf zwei Parameter festgelegt hat. „Die Gewerbesteuer muss auf 400 Prozentpunkte gesenkt werden und der Quadratmeterpreis für die Fläche darf nicht mehr als 30 Euro kosten“, so Fraktionschef Rolf Eyrich. Während man die Senkung der Gewerbesteuer mittelfristig als realisierbar sieht, bleibe der Verkauf der Flächen an der Schindersgasse problematisch, seien hier 50 Euro wohl realistisch.

Dennoch könne die ÜWG den SPD-Plänen nicht folgen, da das Grundwasser bei einem möglichen Hochwasser die Flächen überflute, die Lärmbelästigung für die Anwohner zunehmen würde, die Wohnqualität beeinträchtige und die Immobilien abwerte. Hier sei zu prüfen, ob ein Gewerbegebiet zwischen der Tankstelle und Schwebda nicht besser geeignet sei.

Helmut Wagner von der FDP führte die Hochwertigkeit der Ackerflächen ins Feld, die bei einer Umsetzung der SPD-Idee zum Opfer fallen würde. Da sei der ÜWG-Gedanke schon praktikabler, da große Flächen aus dem Bergrecht entlassen werden. CDU-Chef Carsten Degenhardt sieht in Bezug auf das Gewerbegebiet die Gemeinde nicht im Zugzwang. Die Union stehe einem neuen Gewerbegebiet grundsätzlich positiv gegenüber und warf in den Raum, Gewerbeflächen künftig globaler zu betrachten. Der SPD-Antrag bleibt zu weiteren Beratungen im Haupt-, Finanz-, Bau- und Umweltausschuss.

Von Dieter Möller

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