Feldbegehung zum Thema „Blühflächen“ – Alternativen zur Monokultur

Oasen der Artenvielfalt

Hier wächst und blüht es: Reinhold Wamser hat auf der Hochfläche südlich von Motzenrode einige seiner Äcker stillgelegt und sie als Blühflächen in blühende Oasen verwandelt, die von Insekten, Vögeln und Wild als Lebensraum genutzt werden. Foto: Weber

Motzenrode. Die moderne Landwirtschaft zwingt Bauern oft dazu, immer wirtschaftlicher zu arbeiten. Die Folgen sind fatal: Immer größere Felder mit Monokulturen entstehen, die den Rückgang der Artenvielfalt in Feld und Flur zur Folge haben. Insekten, aber auch Wild finden immer weniger Nahrung und schützende Räume.

Landwirt Reinhold Wamser aus Bad Sooden-Allendorf-Weiden ist deshalb aktiv geworden. Er hat auf der Hochfläche südlich von Motzenrode mehrere Blühflächen angelegt. Im Sonnenschein sieht man die Farbenpracht schon von weitem, eine Mischung von Wildblumen und Kulturpflanzen bildet einen farbenfrohen Teppich. Zusammen mit der Ingenieursgemeinschaft für Landwirtschaft und Umwelt aus Göttingen hat Wamser Landwirte, Jäger, Biologen und Interessierte zu einer Begehung eingeladen, um die Vorzüge der blühenden Flächen vorzustellen.

Wamser kann nicht nur als Landwirt, sondern auch als Jäger einen Nutzen verzeichnen. „Hasen und Rehwild nehmen die Flächen sehr gut an“, sagt er. „Sie finden hier nicht nur Nahrung, sondern auch Schutzräume, in denen sie sich verstecken können, um ihre Jungen aufzuziehen.“ Auch der Vogelkundler Wolfram Brauneis weiß, dass selten gewordenen Vogelarten wie etwa den Stieglitzen, Goldammern und Wachteln diese Blühflächen einen Lebensraum bieten. „Auch die Feldlerchen brüten bevorzugt in den Randgebieten des Waldes“, sagt Brauneis. „Ideal ist es deshalb, wenn man hier Blühflächen anlegt.“

Der Imker und Bienensachverständige Dieter Böttner begrüßt die Anlage von Blühflächen ausdrücklich: „Es ist ja heute schon bedenklich, wenn Bienen in der Stadt mehr Nahrung finden als auf dem Land.“ Zuletzt leisten die Blühflächen einen Beitrag zum Gewässerschutz, wie Wasserschutzberater Tom Raasch erklärt: „Das Stilllegen von Flächen hilft dabei, den Eintrag von Nitrat und Sulfat auf diesen Flächen zu unterbinden. Das ist ein deutlicher Gewinn für den Grundwasserschutz.“

Von Kristin Weber

Kommentare