Parlament diskutiert, Kitas an freie Träger abzugeben

Motzenrode. Macht es Sinn, die drei Kindertagesstätten der Gemeinde Meinhard an einen freien Träger zu übergeben? Diese Frage soll am Donnerstagabend in der Gemeindevertretersitzung ab 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Motzenrode diskutiert werden.

Den Antrag gestellt hatte die SPD-Fraktion bereits im Februar. „Wir wollen einfach nur, dass überprüft wird, ob damit die Gemeinde Kosten sparen könnte“, erklärt Matthias Mengel (SPD). Andere Kommunen wie beispielsweise Eschwege würden dieses Konzept praktizieren. Der Vorteil: Freie Träger erhalten rund 50 Prozent mehr Zuschuss vom Land für die Regelgruppen, fügt Mengel hinzu.

„Wir wollen, dass geprüft wird, ob die Gemeinde so Kosten sparen könnte.“

Bürgermeister Gerhold Brill hatte während der vergangenen Sitzung der Gemeindevertreter bereits kurz Stellung zu dem Antrag der SPD genommen: „Die Abwägung ist äußerst kompliziert und kann nicht anhand von ein paar Zahlen festgemacht werden.“ Zum einen müsste ein Träger gefunden werden und die Personalüberleitung von der Gemeinde zum Träger müsste geklärt werden. Zudem rechnet Brill mit rund 80 000 Euro, die die Gemeinde dem Träger an Verwaltungskosten im Jahr zahlen müsste. „Das wäre deutlich mehr, als die bisherigen Kosten“, sagt Brill. Ob die Gesamtkosten - derzeit zahlt die Gemeinde für die drei Kindertagesstätten fast eine Million im Jahr - sich senken würden, sei zudem fraglich. „Wenn die Träger Verluste machen, dann muss die Gemeinde das ausgleichen“, sagt Brill.

Es gibt auch Nachteile

Brill sieht zudem zwei große Nachteile in dem Konzept: Zum einen enthalte es „sozialen Sprengstoff“ für die Belegschaft, da die von der Gemeinde übernommenen Mitarbeiter nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlt würden und Neueinstellungen dann nach dem Tarif des Trägers, zum anderen hätte die Gemeinde keinerlei Einfluss mehr auf das Betreuungskonzept und die Gebühren der Kitas. (dir)

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