Svenja Böttner: Tiere könnten sterben"

Halterin appelliert an Spaziergänger. Bitte nicht einfach die Pferde füttern

Fremdfüttern kann gefährlich sein: Allein bei Pferdehalterin Svenja Böttner in Motzenrode musste deswegen in den vergangenen zwei Jahren vier Mal der Tierarzt kommen.  Foto: Böttner/nh

Motzenrode. Wenn sich Svenja Böttner aus Motzenrode auf den Weg zu ihrer Pferdekoppel macht, hat sie meistens ein sehr mulmiges Gefühl. „Allein in den vergangenen zwei Jahren musste vier Mal der Tierarzt kommen, weil Spaziergänger meine Pferde unerlaubt gefüttert hatten“, sagt Böttner. Und das, obwohl am Weidezaun gut sichtbar Verbotsschilder angebracht sind.

„Aber auch wenn keine Schilder da sind, bedeutet das nicht, dass man Tiere einfach füttern darf“, betont Böttner. Sie glaubt, dass die fütternden Personen aus falsch verstandener Tierliebe handeln. Von Würfelzucker über Gummibärchen bis hin zu Fallobst und vergammeltem Brot würde so einiges über den Zaun gereicht, was den Futterplan vollkommen durcheinander bringe. „Einige meiner Pferde sind schon relativ alt und haben die ein oder andere Allergie“, sagt Böttner.

„Jedes meiner Pferde bekommt individuell mengenmäßig abgestimmtes Futter, da kann eine Möhre oder ein Apfel schon alles durcheinanderbringen.“

Ähnlich wie bei menschlicher Diabetes oder Allergie könne falsches Futter schaden und im schlimmsten Fall zum Tod führen. „Jedes meiner Pferde bekommt individuell mengenmäßig abgestimmtes Futter, da kann eine Möhre oder ein Apfel schon alles durcheinanderbringen“, sagt Böttner.

Selbst das Füttern von frischem Gras vom Wegesrand könne gefährlich sein, sagt sie. Der Grund: Zum einen würden die meisten Wegesränder auch als Hundetoilette benutzt und zum anderen könnten sich zwischen den Gräsern auch für die Pferde giftige Pflanzen verstecken. „Beim Grasen auf der Weide erkennen die Tiere Giftpflanzen, doch beim Füttern von Grasbüscheln kann der Futterneid so groß sein, dass alles schnell runtergeschlungen wird“, sagt Böttner.

Zudem bleibe es oft nicht bei Äpfeln, Möhren oder Gras, manche würden sogar Kohl, weiches Toastbrot udn Gartenabfälle wie Gras- und Blumenschnitt verfüttern. „Mein älteste Pferd hatte deshalb bereits zwei lebensbedrohliche Koliken“, sagt Böttner. Gerade ältere Pferde könnten Krankheiten nicht so einfach wegstecken wie noch junge und gesunde Pferde. „Was viele auch nicht wissen: Pferdehalter können für Schäden, die durch verbotene Fütterung entstehen, Schadenersatz verlangen.“ Ein weiteres Ärgernis seien Menschen, die ohne Nachfrage die Weide betreten oder gar ihre Hunde darauf rennen lassen würden. „Das kann die Tiere in Stress versetzen“, sagt Böttner.

Deshalb Böttners Appell: „Die Weide nicht betreten und das „Füttern-Verboten-Schild“ beachten und vielleicht den Kontakt zum Pferdebesitzer suchen und sich informieren, welche Futtermittel für die Pferde in Ordnung sind und welche schaden.“

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