ADFC kritisiert neuen Verlauf der Fahrradtrasse bei Frieda

Radweg quert jetzt Bundesstraße

Radweg endet hier: Bernd Göke vom ADFC Werra-Meißner steht am Ende des Radwegs, der von Wanfried nach Frieda führt und vor dem Meinharder Ortsteil über die neu geführte Bundesstraße 249 verläuft. Wenige Meter später passiert die Radtrasse - dort, wo der Bauarbeiter zu sehen ist - auch die Zubringerstraße (rechts). Foto: Stück

Frieda.  Der Kreisverband des Allgemeinen Fahrradclubs Deutschland (ADFC) kritisiert den neuen Verlauf des Radwegs R 5 zwischen Wanfried und Frieda. Dort, wo die Umgehungsstraße jetzt fertiggestellt wird, kreuzt der Fahrradweg die viel befahrene Straße gleich zweimal.

„Das ist ein Gefahrenpunkt“, sagt Bernd Göke vom ADFC Werra-Meißner. Er bemängelt außerdem, dass der ADFC bei den Planungen nicht um eine Stellungnahme gebeten wurde.

„Naturschützer und andere Interessenverbände werden immer gefragt, wenn Bauvorhaben geplant werden, wir nicht“, sagt Göke. Jetzt verläuft der Radweg erst parallel zur Werra und quert an der Anschlussstelle zur L 3467 die Bundesstraße. Gleich darauf führt der Weg auch über den Zubringer.

Auch wenn der ADFC nicht gefragt wurde, gab es während des Planfeststellungsverfahrens Einwände gegen die geplante Radwegführung. Sowohl die Gemeinde Meinhard als auch verschiedene Privatleute hatten sich nach Informationen unserer Zeitung beschwert, dass die Radfahrer die viel befahrene Bundesstraße überqueren müssen. Die Bedenkenträger und auch der ADFC hätten sich eine Unterführung für die Radfahrer gewünscht. Die Beschwerden wurden von Hessen Mobil nicht berücksichtigt. „Bei einer Unterführung des Radweges unter der B 249 im Bereich des Ostanschlusses läge die Sohle des Radweges etwa einen Meter unter dem Geländeniveau, so dass eine Überschwemmung im Hochwasserfall eintreten würde“, sagt Daniela Czirjak, Sprecherin von Hessen Mobil.

„Ohne die Unterführung wird eine vermeidbare Gefährdung für Radfahrer und Fußgänger in Kauf genommen“, sagt Göke. Er verweist darauf, dass der R 5 im Sommerhalbjahr nicht nur von Einheimischen, sondern auch von zahlreichen Touristen genutzt würde. Wenn eine Unterführung wegen Hochwassers nicht möglich sein, hätte man eine Brücke über die B 249 bauen können, wie es einige Kilometer weiter bei Grebendorf der Fall sei.

Die Planfeststellungsbehörde habe die Unterführung „aus Gründen der Unverhältnismäßigkeit abschließend verworfen“, teilt Hessen Mobil mit.

Von Tobias Stück

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