Ramadan: Abends wird in muslimischen Familien aufgetischt

Fastenbrechen nach Sonnenuntergang: Die Familie Mecinaj aus Grebendorf hält sich an die Regeln des muslimischen Fastenmonats Ramadan. Der dauert in diesem Jahr vom 6. Juni bis zum 5. Juli an. Foto: Graf

Grebendorf. Am 6. Juni ging er los: der muslimische Fastenmonat Ramadan. Wir haben die muslimische Familie Mecinaj aus Grebendorf begleitet.

Grebendorf. In Eschwege und im Umkreis fasten viele Muslime - so auch Gentrin Mecinaj und sein Bruder Meduar aus Grebendorf. Die Wurzeln der Familie liegen in Albanien.

Während der Fastenzeit sieht ein normaler Tag für Gentrin wie folgt aus: Von sechs bis 14 Uhr arbeitet er an seinem Ausbildungsplatz; bis 17 Uhr hat er Freizeit. Dann hilft er bis 21.30 Uhr in der familieneigenen Pizzeria mit. Erst dann wird das Fasten gebrochen, auch Iftar genannt: Bis 3 Uhr darf ein letztes Mal gegessen und getrunken werden. „Wenn man weiß, zu welchem Zweck man fastet, ist das überhaupt nicht schwer“, sagt er.

Wenn man harte körperliche Arbeit leiste, sei es zwar nicht einfach - „aber es ist machbar, wenn man fest in seinem Glauben ist“, sagt der Grebendorfer. Das Fasten ist eine der wichtigsten Pflichten im Islam. Jeder erwachsene Muslim, der körperlich imstande ist zu fasten, sollte dies auch tun. Es kann als eine Art Reinigung für Körper und Seele gesehen werden. „Besonders während des Ramadans sollte man nichts Schlechtes denken, sagen oder tun“, sagt Gentrin.

„Während des Ramadans sollte man nichts Schlechtes denken, sagen oder tun.“

Die Fastenden können sich jeden Abend nach Sonnenuntergang auf das Essen freuen. Dabei steht besonders das Beisammensein mit Familie und auch Freunden im Vordergrund.

Mit Essen kennt sich die Familie Mecinaj bestens aus, ihnen gehört die Pizzeria Classic in Grebendorf. „Wer sich dann aber nachts maßlos den Bauch vollschlägt, der hat den Sinn des Fastens verfehlt. Man sollte gesund und gewissenhaft essen“, sagt Gentrin. Laut des Propheten Mohammed sollte der Magen nämlich zu Dritteln voll mit Essen, Wasser und Luft sein.

Wenn der Ramadan vorüber ist, wird das von Muslimen auf der ganzen Welt groß gefeiert. Das Fest wird meist Bayram genannt - oder beispielsweise Zuckerfest in der Türkei. Zum Vergleich: Das islamische Fest wird in etwa so groß gefeiert wie im Christentum das Weihnachtsfest. Man besucht Familie und Freunde, betet viel und je nach Nationalität gibt es traditionelles Essen. Schon Tage zuvor beginnen die Vorbereitungen.

Während des Ramadans geht es allerdings noch um viel mehr: Es soll in Form von kleinen Spenden oder Geschenken an Bedürftige gedacht werden.

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