Boom in Grebendorf

80 Prozent der Baugrundstücke in Grebendorfs Neubaugebiet sind verkauft oder reserviert

Es wird gebaut: Einige wenige Häuser stehen bereits, andere werden gerade gebaut und Bürgermeister Gerhold Brill geht davon aus, dass es jetzt auf den verkauften und reservierten Grundstücken am Europaring in Grebendorf auch bald los geht. Foto: Rissmann

Grebendorf. Jahrelang ging der Verkauf nur schleppend vorwärts, doch seit vergangenem Sommer läuft es richtig gut: Rund 80 Prozent der 43 Baugrundstücke in Grebendorfs Neubaugebiet Europaring sind verkauft oder fest reserviert.

„Es boomt in Grebendorf“, sagt Meinhards Bürgermeister Gerhold Brill.  Besonders erfreut ist Brill darüber, dass es vor allem junge Familien nach Grebendorf zieht. Die Gründe für die große Nachfrage liegen für ihn auf der Hand: „Die Lage am Europaring ist ein echtes Sahnestückchen, es sind schöne Grundstücke, von der Straße bis zur Laterne ist alles fertig erschlossen und die Zinsen sind niedrig.“

Geplant wurde die Bebauung am Knickelberg von der Gemeinde Meinhard bereits in den 1990er-Jahren. Damals habe man das Rundum-Sorglos-Paket der Hessischen Landgesellschaft (HLG) in Anspruch genommen, erklärt Büroleiter Harald Mai: „Als kleine Kommune hat man ja kein eigenes Bauamt und die HLG hat sich um den Kauf, die Erschließung und Vermarktung der Grundstücke gekümmert.“ Allerdings sei der Verhandlungsprozess mit den Interessenten dadurch sehr zäh gewesen. „Wir haben dadurch viele Bauwillige verloren, die dann woanders ein Grundstück gekauft haben“, sagt Mai.

Zudem habe es damals einen sehr strengen Bebauungsplan gegeben, in dem vom Dachaufbau bis zur Firstausrichtung alles vorgegeben war. „Diesen Bebauungsplan haben wir mittlerweile zweimal richtig ausgemistet, um flexibel auf die Wünsche der Interessenten eingehen zu können“, sagt Mai. Auch bei der Grundstücksgröße - die Parzellen waren sehr schmal geplant worden - gehe man flexibel auf die Wünsche ein und habe bereits auch Grundstücke für Interessenten zusammengelegt. „Der Trend geht zum größeren Grundstück“, sagt Mai.

Erlös direkt für Schuldentilgung

Der Büroleiter der Gemeinde kümmert sich seit dem Rückkauf der Grundstücke von der HLG im Jahr 2010 um die Vermarktung. Rund eine Million Euro hat die Gemeinde für das 21 000 Quadratmeter große Neubaugebiet bezahlt - finanziert über einen Bausparvertrag. „Der Erlös aus dem Verkauf der Grundstücke geht direkt zur Schuldentilgung in den Haushalt“, sagt Brill. Der finanziell gebeutelten Gemeinde sei damit sehr geholfen. Brill rechnet damit, dass nicht der gesamte Kaufpreis für das Neubaugebiet wieder hereinkommt. „Ein kleiner Draufleger ist aber nicht schlimm, da wir so Zuzug generiert haben - das verrechnet sich“, sagt Brill.

Planung wäre heute anders

Muss eine Gemeinde eigentlich Baugebiete vorhalten? Aus heutiger Sicht würde Brill das nicht mehr so einfach mit Ja beantworten. „Damals wurde das Baugebiet geplant, um den Bürgern die Möglichkeit zu bieten, im Gemeindegebiet zu bauen“, sagt Brill. Da sei das demografische Problem noch nicht so präsent gewesen. „Heute würde man eher versuchen, die Leerstände in den Ortsmitten zu vermitteln“, sagt er.

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