20 Jahre Verein für Regionalentwicklung: Die acht erfolgreichsten Projekte

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Robins Nest: Für das Baumhotel unweit von Schloss Berlepsch bei Witzenhausen wurde Existenzgründer Peter Becker bei der Umsetzung vom Verein für Regionalentwicklung unterstützt.

Werra-Meissner. Zum 20-jährigen Bestehen des Vereins für Regionalentwicklung (VfR) ist eine Gruppe von 30 Teilnehmern mit dem Vorstand durch den Kreis getourt. Zusammen haben sie sich angeschaut, wie die Fördergelder, die der VfR aus dem Leader-Programm aufgetrieben hat, eingesetzt wurden.

1. Magdas Pension: Mit der Besichtigung von „Magdas Pension“ in Meinhard-Schwebda begann die Tour. In vier hellen, modern eingerichteten Zimmern beherbergt Magda Range bis zu zehn Personen direkt am Radweg. „Eine gelungene Existenzgründung mit Hilfe der Leader-Förderung“, nennt es die Geschäftsführerin Sabine Wilke.

2. Capitol-Kino: In Witzenhausen kam bei einem kurzen Film zum Modellvorhaben Land(auf)Schwung sowie Zeichentrick-Produktionen, die im Rahmen des „Kess-TrickBoxx-Projektes“ in mehreren Schulen entstanden sind, richtiges Kino-Gefühl auf. Der Betreiber Ralf Schuhmacher berichtete über die positive Entwicklung des heute mehrfach ausgezeichneten Programmkinos, die ohne Fördermittel nicht möglich gewesen wäre.

3. Robins Nest:  Das Baumhaushotel in Witzenhausen-Berlepsch hat Peter Becker als junger Existenzgründer mit Hilfe der Leader-Förderung umgesetzt. Er hat so den ersten Schritt einer naturnahen und ganz besonderen Unterkunft mitten in den Wäldern gemacht. Es wurden dabei ausschließlich Hölzer aus den heimischen Wäldern verwendet und auch Planung und Ausführung erfolgte mit Unternehmen aus dem Werra-Meißner-Kreis.

4. Jausenstation: Die Jausenstation in Großalmerode-Weißenbach ist nach Angaben des VfR ein weiteres Beispiel für eine gelungene Existenzgründung in Form einer Geschäftsnachfolge und -erweiterung. Der Besitzer Matthias Pflüger ist stolz auf die modernen Produktions- und Lagerräume und die Gästezimmer der sich anschließenden Pension.

5. Lädchen für alles: Das 2011 eröffnete Lädchen für alles in Meißner-Abterode ist für das Dorf eine wahre Erfolgsgeschichte. Hier wurde mit einer Leader-Förderung erfolgreich und nachhaltig ein Nahversorgungsangebot mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Handicap geschaffen.

6. Im Baumgarten:  Eine in Städten seit langem etablierte Form der Demenzkranken-Betreuung wird nun auch im Werra-Meißner-Kreis angeboten. Die von der Stiftung Hospital St. Elisabeth Eschwege in Kooperation mit der DiaCom Altenhilfe in Niederhone betriebene ambulant betreute Wohngemeinschaft „Im Baumgarten“ wurde Anfang 2014 eröffnet und bietet bis zu zwölf Demenzkranken eine neue Form des Zusammenlebens an.

7.Kunst an der Grenze: Im Zeitraum von 2012 bis 2014 wurden sieben Kunstwerke in den Gemarkungen grenznaher Ortschaften nahe der ehemaligen innerdeutschen Grenze errichtet, um an die Zeit der deutschen Teilung, aber auch die „grenzenlose“ Freude über die Öffnung zu erinnern. Unterstützt wurde dieses Projekt zusätzlich durch die Stiftung der Sparkasse Werra-Meißner und durch die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen.

8. Second Home: Außerhalb des Ortskerns wurde das Jugendzentrum „Second Home“ im Jahr 2008 neu errichtet. Der Verein „Second Home Herleshausen“ mit rund 55 Mitgliedern zwischen 14 und 28 Jahre verwaltet das Gebäude komplett in Eigenregie und beteiligt sich auch an den laufenden Kosten.

Von Tobias Stück 

Stichwort: Leader-Programm

Durch das sogenannte Leader-Programm (französisch: Liaison entre actions de développement de l’économie rurale, deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) unterstützt die EU die Entwicklung strukturschwacher Regionen im ländlichen Raum. Die Förderung dient als Anschubfinanzierung für Projekte, die beispielhaft die Wertschöpfung und Wirtschaftsentwicklung in der Region stärken oder einen Beitrag für die Lebensqualität im kulturellen und sozialen Bereich leisten.

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