Selberbacken im Hausofen

Dorferneuerung Schwebda nach zehn Jahren mit Backhaus-Eröffnung abgeschlossen

Das Backen macht den Männern von der Interessengemeinschaft Backhaus sichtlich Spaß: Während Klaus Böttner das fertige Brot aus der Backröhre holt, kontrolliert Dittmar Günther mit einer Laserpistole die Temperatur des über 100 Jahre alten Ofens. Foto: Wolfram Skupio

Schwebda. Knapp drei Jahre sind vergangen, seit in Schwebdas altem Backhaus einige Männer auf die Idee kamen, Ofen und Haus zu reaktivieren und zu einem neuen Treffpunkt im Ort umzugestalten. Nun wurde das vollendete Projekt am Samstag mit einem Backhausfest seiner Bestimmung übergeben.

„Wir haben damals in einer Männerrunde zusammengesessen und im alten Ofen Haxen gebraten“, erinnert sich Klaus Böttner, einer der Initiatoren der späteren Interessengemeinschaft Backhaus. Der Ofen hat damals zwar auch funktioniert. Immer wenn jemand aber mit einem Schieber oder anderen Gerätschaften in der Backröhre hantierte, war es vor dem Ofen selbst für andere Menschen zu eng.

Also planten die Männer, das Backhaus mit einem Anbau zu vergrößern. Finanziert werden sollte ihr Vorhaben aus Mitteln der Dorferneuerung. „Das alte Dach wollten wir beibehalten und nur den Dachstuhl nach vorne verlängern. Dafür haben wir uns aus dem Nachbarort schon extra die alten Ziegeln eines Abrisshauses besorgt, es sollte ja auch möglichst günstig umgebaut werden“, erzählt Böttner.

Als die Männer dann aber den Dachstuhl freilegen, müssen sie erkennen, dass etliche Balken bereits verfault sind und das alte Dach daher nicht zu retten ist. Mitten im Umbau standen die Männer dadurch kurzzeitig mittellos da, die bewilligten Gelder der Dorferneuerung reichten mit rund 9000 Euro nur für den Anbau, nicht aber für ein neues Dach. „Wir haben uns dann an die Sparkassenstiftung gewandt. Die spendete uns 2800 Euro, weitere 700 kamen von den Schwebdschen Jagdgenossen und vom Festausschuss der 1225-Jahr-Feier“, sagt Dittmar Günther.

Einige weitere Spenden von Firmen aus Meinhard machten dann die Summe von rund 14 000 Euro voll, so dass das Projekt schließlich doch zu einem guten Ende kam. „Künftig wollen wir an jedem ersten Samstag im Monat für die und mit den Schwebdaern Brot und Kuchen backen“, verrät Günther.

Das Backhaus ist nur ein Projekt der Dorferneuerung. „28 private und sechs öffentliche Maßnahmen konnten gefördert werden, dabei flossen allein 1,3 Millionen Euro aus Landesmitteln nach Schwebda“, berichtet Bürgermeister Hans Giller. Die Attraktivität des Dorfes sei erheblich gesteigert worden und das Backhaus-Team lebe die eigentliche Idee der Dorferneuerung, so Giller.

Landrat Stefan Reuß versprach den Schwebdschen, im Herbst auch hier den zum Abschluss der Dorferneuerung fast schon traditionellen Kirschbaum zu pflanzen.

Von Wolfram Skupio

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