Bauarbeiten im Gewerbegebiet „Schindersgasse“ ruhen noch zwei weitere Wochen

Solarpark wie eingefroren

Von wegen „gigantisch und leistungsstark“: Die Bauarbeiten am Solarpark in Grebendorf ruhen seit fast zwei Wochen, Müll türmt sich auf, noch unverbaute Solarmodule liegen einfach so auf dem Gelände herum, Bauarbeiter sind auch nicht zu sehen. Foto: Salewski

Grebendorf. Von wegen „gigantisch und leistungsstark“: Die Bauarbeiten am so vollmundig angekündigten Solarpark in Grebendorf ruhen. Schon seit Tagen tut sich im Gewerbegebiet Schindersgasse gar nichts mehr.

„Kaum waren die Solarmodule aufgestellt, kamen auch die Bauarbeiter schon bald nicht mehr“, berichtet ein Anwohner, „seither sieht es hier aus wie Kraut und Rüben und keiner kümmert sich darum.“

Aufgetürmter Müll und Zaunteile liegen hier achtlos neben nagelneuen Solarmodulen herum, die Container sind verlassen. Auch der Zeitdruck, unter dem die Montage der über 13 000 Solarmodule erledigt werden musste, wird deutlich: „Ausgerichtet ist hier wohl noch nichts“, so der Anwohner, „die Halterungen stehen schief und krumm und auch die gesamte Anlage wirkt wie mal eben schnell dahin gestellt.“

Dass die Errichtung des Solarparks eine knappe Angelegenheit werden würde, war allen Beteiligten klar. Binnen weniger Wochen mussten alle Module stehen, damit die Investoren noch die üppigen Zuschüsse und einen garantierten Abnahmepreis für den Strom mitnehmen konnten, Stichtag war hier der 30. Juni. Bis dahin waren zeitweise über 100 Arbeiter rund um die Uhr im Einsatz, um die Module noch rechtzeitig aufzustellen. Das hat scheinbar auch geklappt, doch seither ist in der Schindersgasse nicht mehr viel geschehen und auch die bisherige Bauausführung wirkt eben nicht gerade solide.

Wie Meinhards Bürgermeister Hans Giller gestern gegenüber der Werra-Rundschau deutlich machte, hätten die Investoren der Sun Invest nun Konsequenzen gezogen und ein anderes Bauunternehmen damit beauftragt, den Solarpark fertigzustellen: „Die Mängel an der Baustelle sind unübersehbar und so haben sich die Betreiber nun entschlossen, das Projekt mit einer anderen Firma fertigzustellen“, sagt Bürgermeister Giller, der das 42 000 Quadratmeter große Gelände im Auftrag der Gemeindevertretung an die Sun Invest veräußert hatte: „Darüber bin ich sehr froh, schließlich sind auch wir als Gemeinde Meinhard sehr daran interessiert, dass dieser Solarpark ordentlich gebaut wird und schon bald ans Netz gehen kann.“ Das ist spätestens für den Herbst geplant, die Nennleistung soll bei 3,1 Megawatt liegen. Der Strom wird in das Netz der Eschweger Stadtwerke eingespeist werden. Bis das allerdings so weit ist, gibt es im Solarpark noch viel zu tun.

Die Arbeiten sollen laut Bürgermeister Hans Giller in spätestens zwei Wochen fortgesetzt werden.

Von Melanie Salewski

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