Spritzentest alt gegen neu

Die Freiwillige Feuerwehr Motzenrode übte mit Gerät aus dem Jahr 1877

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Anstrengend: Mit der historischen Feuerspritze aus dem Jahr 1877 war das Löschen wesentlich Kraftintensiver, hat den Feuerwehrleuten aber auch viel Spaß gemacht. 

Motzenrode. Eine Übung der besonderen Art führte die Freiwillige Feuerwehr Motzenrode durch: Auf Anregung ihrer Vorsitzenden Nicole Brill, doch mal eine Übung mit der historischen Feuerspritze aus dem Jahr 1877 durchzuführen, entstand dann die Idee einen „Vergleich“ zwischen „alt“ und „neu“ – sprich zwischen Feuerspritze aus dem Jahr 1877 und dem Motzenröder Einsatzfahrzeug einem TSF- aus dem Jahr 2015 – zu ermitteln.

Zunächst gab es wissenswertes von Übungsleiter Dirk Heller zur Feuerspritze und deren Handhabung. Einer ersten Trockenübung vor dem Backhaus Motzenrode folgte dann ein realer Übungseinsatz: Kleiner Flächenbrand hinter der Untermühle in Motzenrode lautete das Einsatzstichwort. Gezogen vom ebenfalls fast schon historischen Schlepper von Michael Schmidt, Eigentümer der Untermühle, ging es mit etwa fünf Stundenkilometern durchs Dorf zur Einsatzstelle an der Untermühle. Nach etwa fünf Minuten Anfahrt wurde sofort mit den Löscharbeiten begonnen.

Löschwasser im Eimer

Aus dem 150 Liter Tank der Spritze konnte sofort Wasser entnommen werden. Vier Kameraden betätigten die Kolbenpumpe der Feuerspritze, ein Kamerad nahm das Strahlrohr vor, der Rest der Einsatzgruppe nahm zusammen mit dem Mühlenbesitzer die Wasserversorgung aus dem nahen Mühlbach vor. Mit Wassereimern wurde das Wasser zur Feuerspritze gebracht. Die Kameraden an der Spritze wurden regelmäßig durchgewechselt, denn spätestens nach zwei bis drei Minuten ließen die Kräfte doch zusehends nach. Nach 450 Liter Wasser, die durch das Strahlrohr abgegeben wurden hieß es dann: Feuer aus!

Nach einer kurzen Erholungspause hieß es dann zurück zum Gerätehaus. Dort angekommen kam über Funk die Alarmierung für Motzenrode 5/48: Kleiner Flächenbrand hinter der Untermühle Motzenrode. Mit Blaulicht und Signalhorn erreichte das TSF-W nach etwa zwei Minuten den Einsatzort. TSF-W ist das Kürzel für Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank. Der Wassertank hat bei diesem Einsatzfahrzeug: ein Tankinhalt von 1000 Liter. Nach Erkundung der Lage durch Gruppenführer Karsten Hose lautete sein Einsatzbefehl: Wasserentnahme aus dem Mühlbach. Der Angriffstrupp ging mit Schnellangriffseinrichtung zum Flächenbrand hinter dem Gebäude vor. Nach vier Minuten wurden so 450 Liter Wasser abgegeben und es hieß: Feuer Aus!

Fazit: Mit dem modernen TSF-W wurde der Einsatz in etwa der Hälfte der Zeit abgearbeitet. Den aktiven Einsatzkräften der Feuerwehr Motzenrode haben beide Übungen Spaß gemacht, vielleicht mit der alten Spritze etwas mehr. So gesehen lautet das Ergebnis Feuerspritze gegen TSF-W mit einem Augenzwinkern: Unentschieden, beide Einsatzfahrzeuge waren, beziehungsweise sind zu ihrer Zeit das Beste. (red)

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