Ehrenamtliche unterstützen

Frieda: Volkshochschule unterrichtet jetzt Flüchtlinge

Deutschkurs für die gesamte Familie: Die Flüchtlinge in Frieda bekommen schon Sprachunterricht von Ehrenamtlichen. Jetzt wurde die Volkshochschule mit ins Boot geholt, die täglich Unterricht gibt. Archivfoto:  Rissmann

Frieda. Es kann auch schnell gehen, wenn es soll: Innerhalb von nur einer Woche wurde ein Deutschkurs für Flüchtlinge geplant, die derzeit in Frieda leben. Das tägliche Angebot wird von der Volkshochschule (VHS) realisiert, die von Tina Pfeiffer um Unterstützung gebeten wurde.

Der Kurs 

„Ich habe gehört, dass das möglich ist, und habe einfach mal gefragt“, erzählt die Ehrenamtliche, die derzeit mit anderen Unterstützern den Flüchtlingen vor Ort schon an zwei Tagen in der Woche beibringt, sich im Alltag auf deutsch verständigen zu können.

Angeboten wird der Kurs, den maximal 20 Flüchtlinge besuchen können, von montags bis freitags in den Vormittagsstunden. „Mehr als fünf Unterrichtsstunden, von denen eine jeweils 45 Minuten lang ist, wird es dabei aber nicht geben“, sagt Regina Novak von der Volkshochschule. Ingesamt ist die Finanzierung für 220 Unterrichtsstunden gesichert, bezahlt werden die von der Arbeitsagentur – allerdings nur für Flüchtlinge aus dem Irak, dem Iran, Syrien und Eritrea.

„Dass alle Deutsch lernen können, hat auch eine soziale Funktion.“

Andere Nationalitäten sind von dem Kurs aber dennoch nicht ausgeschlossen: „Die Kosten übernehmen dann wir“, sagt Novak, denn einem Somalier könne man schlecht erklären, warum er nicht teilnehmen dürfe: „Dass alle Deutsch lernen können, hat auch eine soziale Funktion.“

Der Unterricht 

Stattfinden wird der Unterricht in der Weinberghalle in Frieda, geleitet wird er von Mitarbeitern der VHS. Die arbeiten dezentral und orientieren sich vor allem an einem Curriculum, mit im Kurs sind aber auch die Ehrenamtlichen, sofern diese das möchten: „Die trainieren mit den Flüchtlingen dann die Sprache, das ist immens wichtig.“ Die Zusammenarbeit habe sich schon an mehreren Standorten wie Sontra und Abterode bewährt, auch in Frieda geht Novak von einer guten Zusammenarbeit aus.

Die Perspektive 

Bislang ist der Kurs in Frieda erst einmal auf die 220 Unterrichtsstunden begrenzt. Anschließend haben die Flüchtlinge aber die Möglichkeit, an einem der regulär in der Volkshochschule stattfindenden Kursen teilzunehmen. Denn seit kurzem zahlt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) nicht nur für diejenigen einen Integrationskurs, die eine Aufenthaltsgenehmigung haben, sondern auch für Menschen, die sich im Asylverfahren befinden. „Zeitgleich wurden die Stunden von 660 auf 960 erhöht“, freut sich Novak. Würden die Flüchtlinge aus Frieda dann nach Eschwege fahren, würden sie auch die Fahrtkosten bezahlt bekommen.

• Ähnliche Angebote für Flüchtlinge gibt es auch in Sontra, Waldkappel, Eschwege, Witzenhausen und Rommerode. Geplant sind sie in Hessisch Lichtenau und Großalmerode.

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