Toller Abend mit Regentropfen

Kultursommer: Konzert mit Starpianist Cédric Pescia im Jestädter Schloss

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Gastierte in Schloss Jestädt: Der Starpianist Cédric Pescia begeisterte das Publikum.

Jestädt. Es ist mit Recht beliebt: das jährliche Konzert im Schloss Jestädt im Zuge des Nordhessischen Kultursommers. 

Im bezaubernden Ambiente des Schlosses treten jedes Jahr namhafte Künstler auf und verwandeln den Hof vor dem Herrenhaus in einen magischen Ort – auch wenn manchmal das Wetter nicht wie gewünscht mitspielt, wie in diesem Jahr. Aber der sporadische leichte Regen während des Konzerts trübte kaum die Laune – die des Publikums nicht und erst recht nicht die des Künstlers, des Pianisten Cédric Pescia.

Der Frankoschweizer, der auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken kann, gewann schon bevor er anfing zu spielen die Sympathien des Publikums mit seinem unprätentiösen Auftreten und seiner herzlichen Begrüßung in fließendem Deutsch mit leichtem französischen Akzent. Und mit seinem Spiel gewann er die Bewunderung des Publikums, das den Hof füllte. Er begann mit einer späten Sonate von Mozart, die er so spielte, wie man es sich schon immer für Mozart gewünscht hat: leichtfüßig, wundervoll perlend, transparent.

Nach diesem mitreißenden Einstieg in die Konzertnacht fand der Pianist den richtigen Ton für das oft gehörte „Pour Elise“, eine oft zu Salonmusik degradierte Komposition, welche der Pianist mit Ernst und Gefühl bezaubernd gestaltete. Und dann nochmal Beethoven: die erstaunliche Sonate Nr. 30 E-Dur, ein fast unauffälliges Meisterwerk, mit exquisiter Musikalität gespielt.

Nach der Pause gehörte der Abend den Schumanns: Robert und seiner Frau Clara, von der Cédric Pescia drei einfühlsame Romancen spielte, gefolgt von den oft gespielten Fantasiestücken Robert Schumanns, der Mitte zwanzig mit diesen wundersamen Kleinbildern seinen Gemütszustand in der Zeit seines Kampfes um die geliebte Clara ausdrückte. Die acht Bilder, die zwischen Hoffnung und Verzweiflung schwanken, sind so etwas wie das Psychogramm eines geniales Künstlers und wurden an diesem Abend mit großer Intensität und sicherem Gefühl für diese intime Musik meisterhaft wiedergegeben.

Nach dem langen Schlussapplaus spielte Cédric Pescia als Zugabe aus den Goldberg- Variationen – so stilsicher wie alles an diesem Abend.

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