Tourismusverband Eschwege-Meinhard vor dem Aus

Eschwege/Meinhard. Der Tourismus-Zweckverband Eschwege-Meinhard steht vor dem Aus: Die ÜWG-Fraktion will während der konstituierenden Sitzung des Meinharder Parlaments am Donnerstagabend im Bürgerhaus Grebendorf den Antrag zum Austritt aus dem Zweckverband stellen.

Nach dem Ausscheiden der Gemeinde Meißner vor einigen Jahren und der Stadt Wanfried zum Ende vergangenen Jahres würde das das Aus für den Zweckverband bedeuten.

„Wir setzen mit diesem Antrag nur eines unserer zentralen Wahlversprechen um“, sagt ÜWG-Vorsitzender Rolf Eyrich. Neben der Einsparung von 60 000 Euro pro Jahr nennt Eyrich auch das ungleiche Stimmenverhältnis im Zweckverband – Eschwege hat die für Satzungsänderungen erforderliche Mehrheit – als Grund für den Austritt. Mit der Kommunalwahl Anfang März haben sich die Mehrheitsverhältnisse in der Gemeindevertretung Meinhard verschoben, die SPD ist zwar noch Mehrheitsfraktion, hat die absolute Mehrheit aber verloren. „Die Wahrscheinlichkeit, dass unserem Antrag zugestimmt wird, ist groß“, sagt Eyrich.

„Reisende soll man nicht aufhalten“, sagt der Vorsitzende des Zweckverbandes, Stefan Fiege. Fiege, der auch SPD-Stadtverordneter in Eschwege ist, sieht in dem Austrittsvorhaben allerdings auch Probleme: „Wir sind eine touristische Einheit und haben mit dem Werratalsee eine gemeinsame Attraktion.“ Auch wenn die Finanzierung der Touristinformation in Eschwege jetzt neu überdacht werden müsse, so Fiege, sei das nicht das Ende des Serviceangebots.

Ob eine Organisation des Tourismus in Eigenregie der Gemeinde tatsächlich günstiger sei, bezweifelt SPD-Fraktionsvorsitzender Matthias Mengel: „Die SPD steht weiter zum Tourismus-Zweckverband.“ Zudem sei es dann an der ÜWG, Alternativen zur Tourismusvermarktung aufzuzeigen.

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