Tourismusverband wird nicht aufgelöst

Eschwege/Meinhard. Der Tourismus-Zweckverband Eschwege-Meinhard wird auch nach dem Austritt der Gemeinde Meinhard zum Jahresende nicht aufgelöst, sondern als Zweckverband der Kreisstadt bestehen bleiben. 

Das wurde am Mittwochabend während der Verbandsversammlung in der Stadthalle Eschwege einstimmig beschlossen. Jutta Riedl, Geschäftsführerin der Tourist-Information, war erleichtert über dieses Ergebnis. Im Vorfeld hatte sie die Mitglieder gebeten, der Zukunft des Zweckverbandes keine Steine in den Weg zu legen: „Geben Sie Eschwege die Chance, neue Partner zu finden.“ Dass der Zweckverband auch nur mit einem Mitglied weiter bestehen bleiben kann, hatten die Mitglieder dank eines Wirtschaftsprüfers und dem Städte- und Gemeindebund herausgefunden. „Bei der Gründung eines Zweckverbandes müssen es mehrere Mitglieder sein, aber wenn nach Austritten nur noch ein Mitglied bleibt, kann der Verband weiterbestehen“, erläuterte Riedl.

Deshalb wurde der Antrag der Gemeinde Meinhard auf Auflösung des Zweckverbandes und Austritt der Gemeinde zum Jahresende gesplittet zur Abstimmung gestellt. Nach einer kurzen Diskussion über den Sinn eines Ausstieges stimmten die Verbandsmitglieder dann einstimmig dem Antrag Meinhards zu. „Reisende soll man nicht aufhalten“, sagte Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe und betonte: „Die Türen bleiben offen, Meinhard kann jederzeit zurückkehren.“ 

Einzig die Mitglieder Rainer Klippert und Jutta Beck (beide SPD) aus der Gemeinde Meinhard enthielten sich. „Wir als SPD sind gegen den Austritt Meinhards aus dem Zweckverband, der wunderbare Arbeit leistet“, sagten Klippert und Beck. Sie glauben nicht, dass die Gemeinde diese gute Arbeit eigenständig leisten könne, wollen sich aber nicht gegen den Beschluss der Gemeindevertretung stellen.

Meißner trat bereits 2009 aus

Gegründet wurde der Tourismus-Zweckverband im Jahr 2000 von den Gemeinden Meißner und Meinhard sowie den Städten Wanfried und Eschwege. Die Gemeinde Meißner hat im Jahr 2009 als erstes Mitglied den Zweckverband verlassen. Im Jahr 2015 folgte unter dem Druck der Schutzschirmvereinbarungen die Stadt Wanfried. Ebenfalls auf finanziellen Druck hatte in diesem Jahr die Gemeinde Meinhard mehrheitlich für den Austritt gestimmt. 

Am Mittwochabend stimmte die Verbandsversammlung dem Austritt zum Jahresende zu – formal müssen nun noch die Gemeindevertretung Meinhard und die Stadtverordentenversammlung Eschwege dem Austritt zustimmen.

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