500 Kraniche müssen wegen einer Kaltfront und Gegenwind ihre Heimreise unterbrechen

Ungeplante Stippvisite im Werratal

Im Naturschutzgebiet zwischen Grebendorf und Schwebda haben die rund 500 Kraniche Quartier bezogen. Wenn das Wetter wärmer und die Thermik besser wird, werden die Vögel weiterfliegen. Für die Heimreise aus dem Süden nach Skandinavien und ins Baltikum haben die Tiere am liebsten Südwestwind. Fotos: Carl-Heinz Greim

Schwebda. Es ist ein beeindruckendes Naturschauspiel, das in unseren Breitengraden selten vorkommt. Zurzeit tummeln sich rund 500 Kraniche in den Feldern zwischen Grebendorf und Schwebda.

Majestätische Tiere vor malerischem Schloss.

„Die Vögel wurden von dem plötzlichen Wintereinbruch überrascht“, sagt Naturparkführer Bernd Hiddemann. Der Experte spricht dabei von einem Zugstau. Die Kaltfront und Gegenwind hätten die Tiere dazu gezwungen, im Werratal eine längere Rast einzulegen.Die Kraniche kehren momentan aus ihren Winterquartieren zurück und steuern die Brutplätze in Skandinavien und Osteuropa, speziell das Baltikum und Polen, an. Überwintert haben die Tiere vermutlich in Südspanien oder Nordafrika. Der Heimzug verläuft rascher und zügiger als der Hinflug im Herbst. Mit 20 bis 50 Vögeln sind die eintreffenden Rasttrupps jetzt wesentlich kleiner. Dass zwischen Grebendorf und Schwebda so viele Vögel rasten, liegt daran, dass sich mehrere Familien durch Rufe zusammengetan haben. „Sie haben signalisiert, dass es sich hier lohnt zu rasten“, sagt Hiddemann. Die Vögel ernähren sich jetzt von sprießendem Gras und der aufgehenden Saat sowie von Fruchtresten auf den Feldern.

Morgens und abends, wenn sie den Rastplatz für die Nahrungssuche verlassen und wieder heimkehren, kommt es zu spektakulären Tänzen, die in die Anfänge der Balz übergehen. Zuschauer mahnt Hiddemann, leise zu sein und vor allem Hunde an der Leine zu führen. Hektisches Auffliegen raubt den Vögeln Energie für den Weiterflug. Wenn der Wind aus Südwesten kommt und die Thermik stimmt, setzen die Tiere ihre Heimreise fort. (ts)

Einzigartiges Schauspiel: 500 Kraniche machen Rast bei Schwebda

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