„Werden regelrecht angepöbelt“

Nicht alle Badegäste am Meinhardsee halten sich an die Regeln

Hat alles fest im Blick: Bademeister Andreas Boxhammer achtet auf die Sicherheit der Gäste am Badestrand des Meinhardsee-Campingplatzes. Foto: Rissmann

Grebendorf. Pöbeleien und Unverständnis seitens einiger Badegäste stehen für die Mitarbeiter des Meinhardsee- Campingplatzes in Grebendorf auf der Tagesordnung. Viele würden einfach nicht einsehen wollen, dass es sich hier um einen Privatbesitz handelt, sagt Gabriele Dietrich-Rosner vom Campingplatz: „Es gibt aber Regeln die eingehalten werden müssen, auch um das Ruhebedürfnis der Camper zu gewährleisten“, sagt sie.

Doch wenn die Mitarbeiter des Campingplatzes die Gäste auffordern, sich an die Ruhezeiten zwischen 13 und 15 Uhr zu halten oder den richtigen Parkplatz zu nutzen, hagele es regelmäßig Beschimpfungen, sagt Dietrich-Rosner. Verschärft hätte sich das Problem seit die Blaualgenbelastung im Werratalsee schlimmer geworden sei, viele würden jetzt auf den Meinhardsee ausweichen. „Wir freuen uns natürlich über jeden Badegast, wünschen uns aber etwas mehr Verständnis“, sagt Dietrich-Rosner. Schließlich könnten die Mitarbeiter des Campingplatzes nichts dafür, dass es in Eschwege kein Freibad gebe und der Werratalsee solche Probleme habe.

Vor siebeneinhalb Jahren wurde das Gelände rund um den Meinhardsee, damals noch das Freizeizentrum, vom Werra-Meißner-Kreis verkauft und befindet sich seitdem in privater Hand. Der Badestrand kann täglich von 11 bis 19 Uhr genutzt werden und kostet drei Euro Eintritt für Erwachsene und zwei Euro für Kinder. „Auch das sehen einige Gäste nicht ein, aber wir müssen hier ja wirtschaftlich arbeiten“, betont Dietrich-Rosner. So sei zum Beispiel wegen der steigenden Zahl der Badenden gerade ein Bademeister eingestellt worden, der ja auch bezahlt werden müsse. Andreas Boxhammer ist seit dieser Saison täglich am Badestrand, um für die Sicherheit der Badegäste zu sorgen. „Bekommt ein Schwimmer Probleme, bin ich spätestens nach einer Minute im Wasser, um zu helfen“, sagt Boxhammer.

„Wir freuen uns natürlich über jeden Badegast, wünschen uns aber etwas mehr Verständnis.“

Der Campingplatz hatte sich dazu entschieden, einen eigenen Bademeister einzustellen, da die DLRG-Ortsgruppe Eschwege-Wanfried kein Personal zur Unterstützung hatte, erzählt Dietrich-Rosner. Dank guter Kontakte Boxhammers zum DLRG in Mühlhausen, konnte aber von dort zusätzliche Unterstützung für die Bewachung am Meinhardsee geholt werden.

Geparkt werden könne im vorderen Bereich, betont Dietrich-Rosner, es seien ja nur ein paar Schritte bis zum See. „Doch viele würden bis zur Anmeldung direkt am See vorfahren“, sagt sie. Doch diese Plätze brauche man für die Camper, die dort während den Ruhezeiten stehen müssen sowie die Gaststätte. „Zudem beschweren sich die Dauercamper über die ständig an- und abfahrenden Autos gerade in der Mittagsruhe“, sagt Dietrich-Rosner.

Einige Badegäste seien so verärgert, dass sie wild am Bootssee vor dem Campingplatz schwimmen gehen würden, doch dies sei gefährlich, da es hier keine Badeaufsicht gebe. „Es ist ja auch, wie der Name schon sagt, ein Boots- und kein Badesee“, sagt Dietrich-Rosner.

Von Diana Rissmann

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