Aus Äpfeln wird Saft

Abteröder Schüler pflücken zusammen mit Flüchtlingen Obst von Bäumen

Hatten Spaß: die Schüler der Frau-Holle-Schule sowie die in der Gemeinde Meißner lebenden Flüchtlinge, die zusammen mit Friedrich Arnoldt (rechts im Bild) Äpfel einsammelten. Foto:  Junghans

Abterode. Es war bloß eine Idee, die nun der Auftakt für weitere Aktionen sein soll: Weil es in diesem Jahr so viele Äpfel gibt, die auch an den gemeindeeigenen Bäumen hängen, hat sich der Germeröder Friedrich Arnoldt aus dem Verein „Wir am Meißner“ überlegt, diese einzusammeln und zu Saft machen zu lassen.

Alleine wäre er dieses Unterfangens niemals Herr geworden, und so holte er sich Harald Koch ins Boot – der wiederum einige der in der Gemeinde Meißner lebenden Flüchtlinge und die Schüler der Frau-Holle-Schule aus Abterode um Hilfe bat.

130 Kinder unterwegs

Und so machten sich am Freitagmorgen zusammen mit Arnoldt und Koch drei Flüchtlinge und gut 130 Schulkinder auf den Weg, um Äpfel einzusammeln. „Zuerst lesen die Kinder die bereits am Boden liegenden Äpfel auf und dann schütteln wir zusammen mit den Flüchtlingen die Äpfel von den Bäumen“, erklärt Arnoldt die Unternehmung. Anschließend werden die Äpfel in eine Kelterei gebracht – wo sie zu Apfelsaft verarbeitet werden. „Wir werden die Äpfel nicht kostenlos dort abgeben“, sagt Arnoldt. Denn der Erlös soll später für die Pflege der Apfelbäume eingesetzt werden.

Die Schüler waren von ihrem Ausflug begeistert: „Es ist schön, mal etwas anderes als sonst zu machen“, findet Mia Sophie Bernhardt aus der 3b. Schulleiterin Katrin Seyfarth freut sich auch über den pädagogischen Mehrwert: „Diese Aktion passt gut zu unserem Motto ‘Unser Blick vom Meißner in die Welt’, so lernen die Kinder, globale Gedanken zu verstehen.“

Weil nicht alle Äpfel an einem Tag gesammelt werden konnten, sollen sie auch in den kommenden Tagen mit den Flüchtlingen zusammen geerntet werden. Aber auch Privatpersonen, die Äpfel übrig haben, können diese gerne abgeben, sagt Arnoldt.

Er hat seine Idee auch im Gemeindeparlament vorgebracht, zusammen mit einer Bitte: „Es wäre schön, wenn eine Art Kataster erstellt wird, damit klar ist, welche Bäume auf öffentlichen Flächen der Gemeinde und welche Privatpersonen gehören.“ So würde man nicht aus Versehen Äpfel pflücken, die einem möglicherweise gar nicht gehören würden.

• Wer Äpfel übrig hat, kann diese zur Getreidehalle von Friedrich Arnoldt in Germerode bringen oder ihn kontaktieren, wenn die Äpfel zum Beispiel abgeholt werden sollen: 0170/2 21 16 28.

Von Esther Junghans

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