Ahnen von Prinz Philip sollen in Frankershausen gewohnt haben

Stammt er von den Dörnbergern ab, die einst ihren Sitz in Frankershausen hatten? Um Prinz Philip ranken sich in dem Berkataler Ortsteil Legenden. Foto:  privat

Frankershausen. Die Ahnen von Prinz Philip sollen aus Frankershausen stammen. Historiker können dafür zwar keine Beweise vorlegen, als Legende lässt sich die Geschichte dennoch gut erzählen.

Der Schnee fällt sachte vom Himmel, bedeckt Frankershausen mit einer weißen Schicht. In den hell erleuchteten Zimmern sitzen abends die Familien und lassen sich von den Großeltern erzählen, wie das Leben im Ort einst war. Immer wieder taucht dabei eine Legende auf, die das Blut in den Adern der Frankershäuser etwas royaler macht: Die Vorfahren von Prinz Philip, Gemahl der britischen Königin Elisabeth II., sollen ihre Wurzeln in dem gut 1000-Seelen-Ort haben.

„Das zumindest steht in einem Zeitungsartikel, den ich jetzt beim Aufräumen gefunden habe“, sagt Walter Schäfer. Mindestens 50 Jahre sei der schon alt, ausgeschnitten liegt der jetzt in einer Mappe bei Schäfer zuhause. „Sowas muss man sich ja aufheben, sonst vergisst man das irgendwann wieder.“ Für das Erzählen der Legende wäre das schade, ist der Zeitungsartikel nach heutigen Erkenntnissen doch der einzige Beweis, dass Frankershausen einst tatsächlich königlich war: „Wir haben darüber keine Aufzeichnungen, in unseren Büchern ist nichts zu finden“, sagen Dr. Karl Kollmann und York-Egbert König vom Stadtarchiv Eschwege.

Dörnberger hatten Sitz in Berkatal

Die Neugierde war trotzdem geweckt: Ein Buch nach dem anderen wurde hervorgeholt, gesucht wurde nach möglichen übersehenen Verbindungen. Als Ansatzpunkt wählten die beiden Historiker die Dörnberger: Die hatten erwiesenermaßen ihren Sitz unter anderem in Frankershausen, hatten den ursprünglich von den Bilsteinern belehnt. Die englischen Könige wiederum stammen von den Buttenbergern ab, „theoretisch hätte dann ja jemand aus dieser Linie eine Dörnbergerin heiraten müssen“. Davon gebe es aber nirgends Dokumentationen.

Auch ein anderer Pfad verläuft in einer Sackgasse: Die Kinder von Prinz Alexander von Hessen-Darmstadt und Julie von Hauke bekamen den Nachnamen von Battenberg. „Der Name wurde aber einfach vergeben, wenn er frei war, da muss keine Verbindung bestehen.“ Auch sei nicht überliefert, dass Prinz Alexander je in Berkatal gewesen sei.

Entstanden ist die Legende, als eine Gruppe Frankenhainer vor Jahrzehnten die Burg Herzberg besichtigte. Freiherr Siegfried von Dörnberg soll damals gesagt haben, dass Prinz Philip aus der Linie der Dörnberger stammen solle. „Davon haben wir noch nie gehört“, heißt es jetzt bei der Familie von Dörnberger, die dazu in der Familienbibliothek nichts gefunden hat.

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