Blitzeinschlag legt Glocken im Kloster Germerode lahm

Steht still: die Glocke des Klosters Germerode. Ein Blitzeinschlag hat den Motor beschädigt, auch weitere elektronische Anlagen sind defekt. Die Gottesdienste können trotzdem stattfinden. Foto:  Wüstefeld

Germerode. Ein Blitzeinschlag hat im Kloster Germerode dafür gesorgt, dass mehrere elektrische Anlagen defekt sind. Auch die Glocken waren eine Woche lang still.

Eine Woche lang war es still in Germerode. Das vertraute Glockengeläut blieb in den vergangenen Tagen aus, nichts regte sich im Turm des Klosters. Schuld war ein Blitzeinschlag am vorvergangenen Sonntag - der allerdings nicht nur die Elektronik der Glocken lahmgelegt hat, sondern auch gleich mehrere andere elektrische Anlagen in den heiligen Hallen - trotz Blitzableiters und einem Überspannungsschutz.

Lediglich eine der drei Glocken verkündet jetzt wieder wie gewohnt die Uhrzeit. „Die konnte schon repariert werden, die anderen beiden schweigen aber immer noch“, sagt Jan-Peter Schulze, Pfarrer in Germerode. Was für ihn kurios ist: Trotzdessen, dass die eine Glocke wieder richtig schlägt, zeigt die Turmuhr schon seit dem Blitzeinschlag viertel vor zehn an. „Der Motor, der die Zeiger bewegt, ist kaputt.“

Beschädigt hat der Blitz auch die Klimaanlage in der Krypta und die Beschallungsanlage. „Rund um die Sitzreihen gibt es eine Induktionsschleife, die für Hörgeräteträger wichtig ist“, erklärt Schulze. Die funktioniere jetzt aber nicht mehr: „Wir müssen noch prüfen, ob nur die Sicherung rausgeflogen ist oder ob die komplette Anlage kaputt ist.“ Für jede beschädigte elektronische Anlage müsse allerdings immer extra eine Firma kommen.

Was den Pfarrer etwas ärgert: Erst im März des vergangenen Jahres wurde das Kloster nach monatelangen Sanierungsarbeiten für die Klosterbesucher wieder geöffnet, die Nacharbeiten waren noch nicht einmal mehr abgeschlossen. „Zum Glück hat der Blitz aber nicht eingeschlagen, als ein Gottesdienst stattfand, so ist es nur beim Sachschaden geblieben.“ Den schätzt Schulze auf mehrere tausend Euro.

Auswirkungen auf die Gottesdienste hat der Blitzeinschlag aber keine: Die finden wie gewohnt statt. „Die Heizung, die ebenfalls außer Betrieb ist, brauchen wir ja derzeit nicht, und Licht gibt es auch immer noch genug, weil nur ein Teil der Beleuchtungsanlage außer Betrieb ist“, sagt Schulze.

www.kloster-germerode.de

Mehr zum Thema

Kommentare