Bürger befürchten mehr Lärm und Staub

Diskussion um neuen Ofen für Köhler Kalk

Die bestehende Anlage: das Kalkwerk in Vockerode. Foto:  Stück / Archiv

Vockerode. Die Pläne der Firma Köhler Kalk aus Vockerode, einen neuen Ofen bauen zu wollen, wurden am Dienstagabend in Vockerode vorgestellt. Gut eineinhalb Stunden berichteten Norbert und Sohn Christian Köhler über die neue Technik.

Auch beantworteten sie den 20 Gemeindevertretern und den neun Zuhörern alle Fragen.Auch die Mülldeponie des Kreises in Weidenhausen stand im Fokus der Gemeindevertreter.

Der neue Ofen

Vor allem ein Grund hat die Firma Köhler dazu bewogen, sich eine neue Anlage mit der langen Bezeichnung Gleichstrom-Gegenstrom-Regenerativ-Ofen anschaffen zu wollen: Weil die Anforderungen an Öfen hinsichtlich der Richtwerte immer strenger werden, müsste der derzeit in Betrieb stehende Schacht in naher Zukunft umgebaut werden. „Dadurch müssten wir unsere Produktionskosten erhöhen, zudem wäre die Produktqualität gegenüber einem neuen, modernen Ofen nicht so gut“, erklärt Christian Köhler. Mit der Neuanschaffung für insgesamt acht Millionen Euro würde sich auch die Brennkapazität erweitern: von derzeit 75 Tagestonnen auf maximal 150.

Bei einigen Bürgern setzten die Planungen der Firma Köhler Kalk Sorgenfalten auf die Stirn: Entgegen den Vorschriften einer Gemeindevertretersitzung konnten sie ihre Bedenken äußern, dass der neue Ofen zu einer höheren Lärm- und Staubbelastung führt. Ganz entkräften konnte Köhler die Ängste nicht: „Schon dadurch, dass mit der neuen Anlage mehr produziert werden würde als mit der jetzigen, erhöht sich der Ausstoß an Staub.“ Angehängt wurde jedoch ein ganz dickes Aber: Zum einen würde sich die Menge nicht verdoppeln, zum anderen überrage der Schornstein den jetzigen, wodurch der Staub auf einer höheren Ebene ausgestoßen werden und sich anders verteilen würde. Gegen den Lärm würde zudem vorgesorgt werden: Eine aufgesetzte Haube soll möglichst viel von dem Krach schlucken. „Wir liegen bei all diesen Werten unter den gesetzlich festgelegten Grenzen“, macht Köhler deutlich.

Ob der neue Ofen aber überhaupt gebaut wird, steht noch nicht fest. Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren, frühestens im ersten Halbjahr 2017 könnte die neue Anlage in Betrieb gehen.

Die Kreismülldeponie

Erneut Thema bei den Gemeindevertretern war die Kreismülldeponie in Weidenhausen. Dort sollte zur Rekultivierung der Fläche eine vier Meter dicke Erdschicht aufgetragen werden, auf der ein Wald entstehen sollte. Die Erde, die von den Arbeiten der Autobahn 44 kommen sollte, gibt es jedoch nicht in der erforderlichen Menge (wir berichteten). Dadurch entsteht eine Differenz von 1,2 Millionen Ökopunkten, die die Gemeinde nicht verfallen lassen möchte. „Stattdessen soll Weidenhausen einen Ausgleich bekommen“, sagt Bürgermeister Friedhelm Junghans. Lange Zeit wurden die Wünsche der Gemeinde beim Kreis als Eigentümer der Deponie jedoch ignoriert, jetzt komme aber Bewegung in die Sache: „Es wurde festgelegt, dass alles zwingend mit uns abgestimmt werden muss.“

Von Constanze Wüstefeld

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