Ehemaliges Falknereigelände im Bergwildpark soll wieder Bewohner bekommen

Neugierig: Die Ziegen lassen sich gerne füttern. Fotos:   Wüstefeld

Germerode. Die Saison im Bergwildpark bei Germerode ist gestartet: In diesem Jahr möchte sich der Föderverein einer neuen Voliere widmen. Auch neue Bewohner sind geplant: Entstehen soll ein Hühnerhof.

Gemächlich trabt das Damwild zwischen den Bäumen entlang, die Ziegen kümmern sich liebevoll um ihren sechs Tage alten Nachwuchs. Nichts weist mehr im Bergwildpark bei Germerode auf das turbulente Jahr 2015 hin, als fünf Tiere gerissen worden sind. „Wir hoffen natürlich, dass das so bleibt“, sagt Harald Zindel vom Förderverein.

Die Sicherung 

Zutraulich: An das Damwild kommt man nah heran.

Um den derzeitigen Bestand zu sichern, wurde von Ralf Meusel, einem der beiden Luchsbeauftragten des Werra-Meißner-Kreises, ein Konzept erstellt, wie der Bergwildpark mit seinen wertvollen Bewohnern vor unliebsamen Angriffen geschützt werden kann. Bei einer gemeinsamen Besichtigung mit Gemeindevertretern Meißners und Mitgliedern der Oberen Naturschutzbehörde stellte Meusel einen Punkte-Katalog vor: „Wir haben einige Stellen gefunden, wo sich Wildschweine unter dem Zaun hindurchgegraben haben und so auch Füchse auf das Gelände gekommen sind. Das sollte behoben werden.“ Zudem rät er, den Zaun inklusive der Tore auf eine Höhe von 2,60 Metern zu bringen und die Bäume, die sich direkt am Zaun befinden, zu fällen. „Das sind gut 20, auf die können die tierischen Eindringlinge klettern und so einfach in den Bergwildpark kommen.“ Eine weitere Möglichkeit sei zudem, über dem Zaun ein Stromseil entlang zu spannen. „Das schreckt die Tiere ab, sterben werden sie durch den Stromschlag aber natürlich nicht“, sagt Meusel.

Diese Option sei ausführlich besprochen worden - und sei letzlich auch die, für die man sich entschieden habe, sagt Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans. „Da jetzt aber seit einem halben Jahr nichts passiert ist und das hoffentlich auch so bleibt, warten wir auch noch mit dieser Möglichkeit.“

Die neue Saison 

Umgesetzt werden soll stattdessen etwas, was den Bergwildpark noch attraktiver für die Gäste machen soll: Auf dem Gelände der seit wenigen Jahren geschlossenen Falknerei könnte noch in diesem Jahr ein Geflügel- und Hühnerhof entstehen. „Dazu lassen wir gerade eine Planung erstellen, dann könnte das Gelände wieder genutzt werden“, sagt Junghans.

Was den Besuchern gleich im Eingangsbereich auffallen wird: dass es 30 neue Tische und 60 neue Bänke geben wird. Die werden derzeit von Horst Muschiol, Karl Humburg, Klaus Oettel, Lothar Kistner, Bernhard Scheffler, Herbert Nickel, Elmar Wickenträger, Walter Klee und Harald Zindel zusammengebaut und unter anderem auf der neu entstandenen Fläche aufgestellt, die vor dem Waldwichtelhaus angelegt wurde. „Vorher stand dort ein Baum, der aufgrund einer Krankheit gefällt werden musste“, sagt Zindel. Zudem soll auch im Eingangsbereich eine neue Voliere entstehen, in der Kanarienvögel unterkommen.

Öffnungszeiten und Preise 

Der Bergwildpark hat noch bis Ende Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen 5,50 Euro, Kinder zwischen 3 und 16 Jahren drei Euro. Zwischen November und März ist der Tierpark nur am Wochenende zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet, größere Gruppen können sich zu jeder Jahreszeit für eine Führung anmelden. (cow)

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