Germerode: Drei Projekte in Vorbereitung auf den Bundeswettbewerb Unser Dorf hat Zukunft

Ein eigenes Hotel für die Insekten

Freuen sich über den Blickfang bei der Mohntenne: die Germeröder sowie die Mitglieder des Heimat- und Naturvereins Weidenhausen und des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald. Foto:  Wüstefeld

Germerode. Mitte Juni ist es soweit: Dann kommt eine Kommission des Bundeswettbewerbs Unser Dorf hat Zukunft, um den kleinen Ort der Gemeinde Meißner in Augenschein zu nehmen. Drei weitere Projekte sollen nun dafür sorgen, dass es hoffentlich klappt mit dem Titel.

Schon Anfang nächster Woche werden die Bewerbungsunterlage abgeschickt, weshalb seit mehreren Wochen im Dorf deshalb alles aufgeräumt, hergerichtet und verschönert wird.

Kinder als Gärtner 

Wie tief muss man eigentlich Kartoffeln in die Erde einbuddeln, damit dort später neue entstehen? Und wo wachsen Äpfel? Diesen Fragen geht die Germeröderin Bärbel Hochschild mit einigen Kindergartenkindern aus Germerode nach, die in die Weidenhäuser Einrichtung gehen. Deshalb trifft sie sich jeden Montag mit den Kleinen im Garten des Klosters Germerode und zeigt denen, „wie Garten geht“. Und so haben Hendrik, Adrian, Johanna, Helena und Enna einen Teil des Beetes an der Gartenmauer bekommen, wo sie sowohl Kartoffeln als auch Erdbeeren eingepflanzt haben. „So können die Kinder regelmäßig wiederkommen und nachsehen, ob es schon eine Veränderung gegeben hat“, freut sich Erzieherin Brigitte Ludolf.

Schon bei der Teilnahme am Landeswettbewerb wurde ein Fokus auf den Nachwuchs im Ort gelegt. Das wird auch in diesem Jahr wieder der Fall sein: Neben diesem Projekt sind auch weitere Attraktionen für Kinder geplant.

Mohn als Blickfang 

Er lockt jährlich hunderte Besucher nach Germerode, und auch die Kommission, die im vergangenen Jahr den Landessieger des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ gesucht hat, war beeindruckt von der Mohnblüte. In diesem Jahr liegt der Besichtigungstermin zwar früher als wohl die ersten Blüten zu sehen sind, eine schöne Geste ist es dennoch: Die Imkerin Andrea Imhäuser hat zig Tütchen mit Mohnsamen zusammengestellt, die sie an Germerodes Bewohner verteilt hat. Die können die in ihren Vorgärten ausstreuen - und haben ihr ganz kleines, privates Mohnfeld bei sich vor der Haustür.

Hotel für die Insekten 

Ohne zu fragen, haben sich schon die ersten Bewohner im Hotel einquartiert. Genauso sollte es aber auch sein: Der Heimat- und Naturverein Weidenhausen hat in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungszentrum Bauwirtschaft aus Eschwege ein Insektenhotel gebaut, das jetzt in direkter Nähe zur Mohntenne steht. Aufgeteilt in sechs große Fächer, finden verschiedene Insekten in kleinen Löchern ihren Unterschlupf.

„Das ist schon phänomenal geworden“, freut sich der Geschäftsführer des Naturparks Meißner-Kaufunger Wald Marco Lenarduzzi über das riesige Bauwerk, das aufgrund einer Idee vom Germeröder Harald Zindel entstanden ist. Vor allem Wildbienen, Hummeln, Florfliegen, Grabwespen und Ohrwürmer werden sich dort ansiedeln, die aufgrund der Südlage ihres Hotels und der benachbarten Streuobstwiese „optimale Bedingungen“ haben.

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