Eine Untersuchung von Grauwacken-Vorkommen vor 22 Jahren ließ keinen Zweifel

Einwandfrei: Gold im Boden

Winzige Körner: In diesen Plastikkästchen befinden sich die vor 22 Jahren gewonnenen Goldkörnchen. Foto: Forbert

Frankershausen. Im Werra-Meißner-Kreis ist Gold gefunden worden. Das wertvolle Metall wurde schon vor 22 Jahren identifiziert. Das verriet jetzt der pensionierte und passionierte Bergmann Harry Träger aus Berkatal-Frankershausen.

Der heute 85-jährige Geologie-Experte, der Geschäftsführer der OSA-Kies- und Sandwerke im Werratal war, hatte Ende 1990 im Steinbruch am Schafhof bei Berkatal-Frankershausen Proben in Grauwacken-Vorkommen und bei Eschwege im Kieswerk Grebendorf Proben im Werrakies genommen und sie ans Museum für Naturkunde der Stadt Dortmund geschickt.

Großversuch

Der damalige Museumsdirektor Dr. Wolfgang Homann war sehr angetan, da beide Proben eine Vielzahl von Schwermineralien enthielten, in der Hauptsache Zirkon und Magnetit. Für die Frankershäuser Fundstätte schlug der Experte, der mittlerweile weit über 30 Jahre Goldvorkommen untersucht, sogar einen Großversuch vor. Die Folge war eine große Waschaktion in einer mobilen Anlage, die auf wissenschaftlichen Grundlagen konstruiert war und auch an anderen Orten eingesetzt wurde. Mithilfe eines Radladers wurden immerhin rund zwölf Tonnen Gestein eingebracht und geseift und letztlich ausgewertet.

Vom Ergebnis erhielt Harry Träger Mitte April einen Bericht von Gold-Experten Homann. Danach seien von der Riesenlieferung acht Gramm Schwermineral-Konzentrat übrig geblieben und zwölf Mineralien von Pyrit bis Hämatit sowie auch einige künstliche Produkte wie magnetischer Stahlabrieb und magnetische Schweißperlen identifiziert.

Und Gold. Rund 0,4 Gramm konnten „ausgebracht werden“, teilte Homann mit. Die Körnchen zeigten nur sehr selten Kristallform, wahrscheinlich handele es sich um fossiles Seifengold, das zur Zeit der Grauwacken-Ablagerung eingebettet worden ist.

Eine kleine Probe des Schwermineral-Konzentrats legte der Wissenschaftler dem Schreiben an Träger bei, sie enthält weit mehr als 1000 Goldkörnchen.

Mit dem Ergebnis war Homann „sehr zufrieden“. Der Nachweis der Goldführung in den Grauwacken sei „einwandfrei erbracht“. Damit sei auch die für ihn wichtige Vergleichsmöglichkeit mit anderen Grauwacken-Vorkommen gegeben. Zum gewerbsmäßigen Gewinnen von Gold regt er in seinem Brief allerdings nicht an. Dafür hatte Träger Verständnis: „Das ist eine Frage der Menge.“

Von Stefan Forbert

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