Hoher Meißner entfällt wegen Naturschutzes

Gemeinde Meißner fürchtet um Windkraftstandorte

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Wer sich der Windkraft verweigert, muss mit Starkstromleitungen leben können. Mit 50 Windrädern auf dem gesamten Kreisgebiet könnte der Werra-Meißner-Kreis seine Klimaschutzziele erreichen, sagt Vizelandrat Rainer Wallmann.

Die Gemeinde Meißner befürchtet, dass sie beim Ausbau der Windkraft im Werra-Meißner-Kreis außen vorbleiben wird. Grund: Das Regierungspräsidium in Kassel lehnt den Standort ab.

Abterode. Der einzig in Frage kommende Standort für eine Windkraftanlage auf dem Hohen Meißner wird vom Kasseler Regierungspräsidium (RP) aus Gründen des Natur- und Vogelschutzes rigoros abgelehnt. „Damit wird die Gegend wirtschaftlich abgewertet“, so Bürgermeister Friedhelm Junghans (SPD).

Bereits 2003 hatte das RP den Bau einer Windkraftanlage bei Weidenhausen abgelehnt. Eine Anlage in der Nähe des Gutes Mönchhof bei Alberode war am Widerstand einer Bürgerinitiative im vergangenen Jahr gescheitert. „Wenn wir keine regionale Energieerzeugung hinbekommen, brauchen wir den Strom woanders her“, warnte der Bürgermeister und wies darauf hin, dass mit nur zwei Windrädern, die jährlich sechs Millionen Kilowattstunden Strom produzieren, die Gemeinde Meißner zu 100 Prozent versorgt wäre.

Anlässlich der Bürgerversammlung am Donnerstagabend zum Klimaschutzkonzept des Werra-Meißner-Kreises mit Vizelandrat Rainer Wallmann wurde deutlich, dass gerade die Gemeinde Meißner ihren Energiebedarf im Kreisvergleich mit 18 Prozent bereits überdurchschnittlich mit regenerativer Energie aus Fotovoltaik, Deponiegas und Solarenergie abdeckt.

So deckt beispielsweise Germerode über Fotovoltaik 51 Prozent seines Energiebedarfs, Alberode sogar 55 Prozent. Insgesamt werden in Meißner zwei Millionen Kilowattstunden jährlich aus regenerativen Energien bezogen.

Von Stefanie Salzmann

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