Meißner plant mit 200.000 Euro

Erdloch in Straße wird verschlossen

Besichtigen die Baustelle: (von links) Christian Trümper, Aldo Listemann (Bauleiter Firma Küllmer Bau), Diplom-Ingenieur Helmut Ro-ther vom Ingenieurbüro Rother und Meißners Bürgermeister Friedhelm Junghans. Foto:  Wüstefeld

Germerode. Seit Ostern klafft ein riesiges Loch in der Straße Am Heiligenberg in Germerode - ein Erdfall hatte dafür gesorgt, dass die Straße abgesackt ist. Jetzt wird das verschlossen.

Germerode. Geduldig räumt der Baggerfahrer eine Schaufel voller Erde nach der anderen aus dem bereits riesig Loch mitten in der Straße Auf dem Heiligenberg in Germerode, nimmt immer mehr von der noch stabilen Seitenwand weg und sorgt so dafür, dass die Grube mit einer Tiefe von 3,70 Meter noch viel größer wird. Was auf den ersten Blick unverständlich erscheinen mag, hat einen Grund: Um die Straße künftig vor weiteren Absenkungen zu schützen, muss der Untergrund stabilisiert werden - großflächig. Und so sind die Bauarbeiter seit vergangener Woche damit beschäftigt, das Erdloch für immer zuzuschütten.

Rückblick: Kurz vor Ostern sackte plötzlich ein Teil der Straße Am Heiligenberg weg. Die Anwohner konnten nur noch zu Fuß zu ihren Häusern gelangen, alarmierten die Gemeinde Meißner - nicht zum ersten Mal. Denn schon seit dem Jahr 2000 kommt es in regelmäßigen Abständen von zwei Jahren immer wieder zu diesem Phänomen. „Schuld ist ein Erdfall, der bereits vor einigen tausend bis zehntausend Jahren entstanden ist“, erklärte Bürgermeister Friedhelm Junghans schon damals. Zwar sei das Problem bereits einmal fachmännisch untersucht worden, eine Betonplatte wurde unter die Straße gelegt, die ein Absacken der Erde verhindern sollte - ohne Erfolg.

Jetzt soll wieder eine Betonplatte dafür sorgen, dass die Straße nie wieder absackt, die mit einer Dicke von 70 Zentimetern und einem Durchmesser von 13 Metern aber wesentlich größer ist als die vorherige. „Beim Ausbuddeln des Loches sind wir viel früher auf den stabilen Boden gestoßen als vorher gedacht“, freut sich Helmut Rother vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Abterode.

Die Betonplatte, in der 21 Tonnen Stahl verarbeitet sind, soll nächste Woche kommen, anschließend wird das Loch wieder verfüllt - zum großen Teil mit der Erde, die jetzt aus dem Krater entnommen worden ist und die zu Flüssigboden aufbereitet wird. „Geplant ist, Ende Oktober fertig zu sein“, sagt Rother.

Die Anwohner der Straße Am Heiligenberg wird das freuen: Teilweise reicht das jetzt ausgebaggerte Loch bis an die Hauswand heran, seit Entstehen der Grube um Ostern ist zudem eine Menge Zeit verstrichen - die von den Gemeindevertretern aber genutzt wurde: Im Eiltempo haben die sich erst für eine aufwendige Untersuchung entschieden, 200.000 Euro sollen in den Nachtragshaushalt für die Behebung eingebracht werden, die zwar dafür sorgen, dass die Schutzschirm-Kriterien nicht eingehalten werden können, „das ist aber mit dem Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde aufgrund der Dringlichkeit abgesprochen und genehmigt“, verkündete Bürgermeister Junghans bereits im Juli.

Drainage schon verlegt 

Damit die Oberfläche der Straße Am Heiligenberg nicht mehr so viel Wasser aufnehmen muss, ist bereits in der vergangenen Woche eine Drainage verlegt worden, die oberhalb der Häuser ihren Ursprung nimmt und die an das Kanalnetz im Kastanienweg angeschlossen ist. Durch die Drainage wird gewährleistet, dass das Oberflächenwasser erfasst und zielgerichtet abgeleitet wird - und nicht mehr dafür sorgt, dass die Straße unterspült wird.

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