Engagement in der Gemeinde Berkatal und im Kreistag

Es herrscht Einigkeit bei Familie Lenze

Vor dem Berkataler Wappen: Bürgermeister Friedel Lenze und seine Frau Alexandra setzen sich für die Belange der Gemeinde ein, Friedel Lenze senior engagiert sich im Kreistag. Foto:  Wüstefeld

Frankershausen. Sie kennen sich von zu Hause und machen in der Freizeit gemeinsam Politik. Mehrere Familienmitglieder, die sich politisch engagieren, gibt es in fast jedem Parlament. Meistens gehören sie der gleichen Partei an, manchmal haben sie unterschiedliche Funktionen.

Es sind die Nuancen, die bei den Lenzes mal für Unstimmigkeiten sorgen können. Aber nur für kleine. Denn grundsätzlich, so sind sich Bürgermeister Friedel und Frau Alexandra sowie Friedel Lenze senior einig, habe man schon die gleiche Einstellung und verfolge die gleichen Ziele.

Für die Öffentlichkeit deutlich wird das während der Gemeindevertretersitzungen Berkatal. Während der 48-Jährige Lenze als Bürgermeister sein Amt ausübt, sitzt seine Frau in den Reihen der SPD-Fraktion, wo sie ebenfalls über die Geschicke der Gemeinde mitentscheidet, „als wohl best informiertes Gemeindemitglied“, sagt die 44-Jährige und lacht. Denn aufgrund ihrer Ehe mit dem Bürgermeister werde sie häufig angesprochen, soll Fragen weiterleiten oder diese am besten gleich beantworten.

Qualifiziert wäre sie: Zusammen mit Friedel Lenze hat sie die Verwaltungsfachhochschule für den gehobenen Dienst in Kassel besucht, den gleichen Abschluss gemacht. „Der ist in meinem Amt schon von Vorteil“, meint der 48-Jährige, da man sich so sehr gut mit Vorgaben und Regelungen auskenne.

Darüber hinaus gibt es noch genügend andere Arbeit: Seniorennachmittage werden ebenso besucht wie Vereinsfeiern. Ab und zu im Schlepptau: die ältere der beiden Töchter. „Sie interessiert sich mittlerweile zumindest ein bisschen für die Politik“, sagt Papa Lenze und grinst.

Dass daraus eine ernsthafte Beschäftigung erwächst, scheint wahrscheinlich: Sowohl in der Familie der 44-Jährigen (ihr Vater war ebenfalls Gemeindevertreter in einer Kommune im Landkreis Kassel) als auch in der vom Bürgermeister gibt es ein grundsätzliches Interesse daran, die Geschicke mitzugestalten.

Das beste Beispiel dafür ist Friedel Lenze senior: Der 75-Jährige, seit 1968 Mitglied der SPD, war ab 1972 im Gemeindevorstand von Weißenborn aktiv, bis 1993 dann Erster Beigeordneter - und übergab dieses Amt dann an seinen Sohn, der das drei Jahre innehatte, bevor er dann 1997 Bürgermeister der Gemeinde Berkatal wurde. „Die Einstellung meines Vaters, der auch immer noch im Kreistag aktiv ist, hat meine politische Laufbahn schon geprägt“, gibt Sohn Lenze zu.

Und weil die Politik schon immer ein Thema zuhause gewesen war (zwei seiner drei Geschwister sind ebenfalls in Gemeindevertretungen aktiv), freue es ihn auch, dass sich seine Frau engagiere.

Die sieht die Dinge nicht immer nur aus der Sicht der Gemeindevertreterin: „Ich bin dafür, dass für den Besuch der Kindergärten kein Beitrag erhoben wird“, kommt es prompt auf die Frage nach politischen Unstimmigkeiten zwischen den Eheleuten. Lächelnd muss Friedel Lenze zustimmen, dass das zwar ein hehres Ziel sei, aber leider nicht umzusetzen. „Ansonsten sind wir aber einer Meinung.“

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