Für guten Zweck: Frankershausens Ex-Pfarrer Laukner reist in die Wüste

+
Das Reisegefährt ist da: Mit diesem Bus wird Eberhard Laukner zusammen mit seinem Sohn kurz vor Weihnachten nach Mauretanien aufbrechen. Sowohl der Turbolader als auch die Bremsen mussten schon erneuert werden.

Frankershausen. Frankershausens ehemaliger Pfarrer Eberhard Laukner fährt für den guten Zweck nach Mauretanien.

Frankershausen. Gerade erst hatte Eberhard Laukner den Bulli aus dem nahegelegenen Fritzlar (Schwalm-Eder-Kreis) abgeholt, wollte mit dem in die Jahre gekommenen Fahrzeug gleich einmal etwas längere Strecke zurücklegen. Bis nach Stuttgart hat das auch geklappt, doch der Rückweg machte dann deutlich, was der Wagen war: alt. „Uns ist der Turbolader kaputt gegangen“, erzählt der Pfarrer aus Frankershausen, der erst vor wenigen Wochen in den Ruhestand gegangen ist. „Und auch die Bremsen waren nicht mehr in Ordnung.“

Der 65-Jährige hat es aber gelassen genommen: Besser, jetzt gehe etwas an dem Bus kaputt, als wenn er zusammen mit seinem Sohn damit erstmal auf dem Weg nach Mauretanien ist - wo beide das Auto wieder verkaufen wollen und mit dem eingenommenen Geld zwei Kinderhäuser unterstützt möchten.

Bereits zum zweiten Mal macht sich das Vater-Sohn-Gespann kurz vor Weihnachten auf in das afrikanische Land, nimmt zusammen mit knapp 60 weiteren Menschen überwiegend aus Deutschland an der Rallye „Dust an Diesel“ teil (siehe Hintergrund). Zusammen geht es mit den alten Fahrzeugen erst durch Deutschland, Frankreich und Spanien, von dort aus führt der Weg auf den anderen Kontinent. Weil Laukner schon einmal daran teilgenommen hat, weiß er, was auf ihn zukommt: Hitze am Tag, Kälte in der Nacht, das Eintauchen in eine ganz andere Welt, in der die Wüste eine große Rolle spielt, die Kultur nicht mit der westlichen zu vergleichen ist - was auch zur Folge hat, dass noch immer nicht alle Kinder trotz Schulpflicht lesen und schreiben können. „In den Kinderhäusern, an die das Geld von den verkauften Autos geht, wird aber genau das vermittelt“, sagt Laukner, der mit seiner Teilnahme so einen Beitrag leisten möchte, dem Nachwuchs eine bessere Zukunft zu eröffnen.

Neben dem Bus wird auch das ganze Inventar wie Campingkocher und Schlafsäcke verkauft, „zurück kommen wir nur noch mit unserer Zahnbürste“, sagt Laukner. Weil die Reise selbst finanziert wird, würde er sich über Spenden freuen. „Anzutreffen bin ich noch eine Weile im Pfarrhaus in Frankershausen.“

Mehr zum Thema lesen Sie in unserer gedruckten Donnerstagsausgabe.

Kommentare