Internationaler Tag der Freundschaft

Germeröder Friedrich Arnoldt pflegt besondere Freundschaft in Amerika

Enge Freundschaft: der 64-jährige Brian Dotes ( links) ist zu Besuch bei seiner zweiten Familie, wie er sie nennt. Foto:  Junghans

Germerode. Den Germeröder Friedrich Arnoldt und den US-Amerikaner Brian Dotes verbindet eine langjährige Freundschaft. Ihre gemeinsame Geschichte beginnt 1976, denn Brian war Soldat der US-Army und abwechselnd in Kitzingen und auf dem Hohen Meißner stationiert.

Wenn er seinen Dienst auf der Abhörstation auf dem Meißner antreten musste, war er im „Sonnenblick“ in Germerode untergebracht.

Die beiden lernten sich in der Diskothek „Steckenpferd“ kennen und begannen ihre Kulturen auszutauschen und brachten einander Deutsch und Englisch bei. Schnell wurde Brian Dotes in Arnoldts Familie integriert und half bei der Landwirtschaft mit. „Die leckere Verpflegung von deiner Oma auf dem Feld ist mir in guter Erinnerung geblieben“, sagt Dotes schmunzelnd zu Friedrich, „ aber besonders die Kirmesbeerdigung, als die Schnapsbottles (zu deutsch: Schnapsflaschen) vergraben wurden, fand ich damals faszinierend.“

Aber auch Arnoldt lernte Brians amerikanische Freunde und seine Mutter bei einem Besuch in Deutschland kennen. Sie verbrachten ihre Freizeit zusammen, gingen am Wochenende gemeinsam aus und schraubten an Dotes Auto. Ende 1978 war Brians Zeit beim Militär dann vorbei, er blieb noch bis Mai 1979 und arbeitete als DJ im Rostgarten.

Bis zu Dotes nächstem Besuch 1983 hatten die beiden dann nur sporadischen Kontakt. Es sollten sechs Jahre vergehen, bis die beiden wieder voneinander hörten. Arnoldt erinnert sich: „Brian rief mich im November ‘89 an und gratulierte zum Fall der Mauer, zu einem erneuten geeinten Deutschland.“ Danach hörten die beiden wieder lange Zeit nichts mehr voneinander. Friedrichs Tochter Lena wollte ihren Vater anlässlich seines 50. Geburtstages 2007 dann überraschen und suchte erfolgreich mit dem bei der UNO arbeitenden Ulrich Schwänger nach Brians Aufenthaltsort.

Seit dem Jahr stehen die beiden stetig in Kontakt und besuchen einander, wann immer es geht. Sie fahren gemeinsam mit ihren Familien in den Urlaub. 2013 sind Friedrich und Dotes durch Amerika gereist und vergangenes Jahr haben sie mit ihren Frauen eine Kreuzfahrt von Miami in die Karibik gemacht.

„Wir sind über all die Jahre zusammengewachsen, durch schwere Zeiten gegangen und stehen zusammen, auch noch in 20 Jahren“, sagt Friedrich. „Vielleicht auch noch in 30“, ergänzt Dotes lächelnd.

Von Esther Junghans

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